Ausstellung

Dani Karavan

Retrospektive

14. März bis 1. Juni 2008

Plakat zur Ausstellung „Dani Karavan“

Plakat zur Ausstellung „Dani Karavan“

Gestaltung: Steenbrink Vormgeving, Berlin

Erstmals wurde dem israelischen Künstler Dani Karavan eine große Retrospektive in Deutschland gewidmet. Zuvor war diese im Tel Aviv Museum of Art zu sehen. Die Ausstellung war auch ein Beitrag der Bundesrepublik Deutschland zum 60. Geburtstag Israels. Dani Karavan wurde 1930 in Tel Aviv geboren. Er studierte in Tel Aviv und in Jerusalem an der Bezalel Academy of Arts. Nach einigen Jahren im Kibbuz, dem Studium der Freskotechnik 1956/57 in Florenz und der Arbeit als Bühnenbildner für Theater- und Tanzkompanien, begann Karavan an großen Environments ortsspezifisch zu arbeiten. Sein erstes Hauptwerk, das Negev-Monument, vollendete er 1968 in Beersheba. In Erinnerung an den Unabhängigkeitskrieg Israels 1947/48 schuf er ein machtvolles, tektonisches Skulpturengefüge.

Heute lebt der Künstler in Paris und Tel Aviv. Seine Arbeiten hat er weltweit realisieren können – in Frankreich und Japan, in Italien und Deutschland, in Israel und Spanien. Vor allem aber in Deutschland entstanden eine ganze Reihe bedeutender Werke für den öffentlichen Raum. Dazu gehören „Ma’alot“ in Köln (1979–86), die „Straße der Menschenrechte“ in Nürnberg (1989–93), „Mimaamakim“ in Gelsenkirchen (1997) und „Grundgesetz 49“ in Berlin (2002). Die hohe internationale Wertschätzung von Dani Karavans Schaffen zeigt sich durch die Verleihung vieler Auszeichnungen und Preise, darunter den Piepenbrock-Preis für Skulptur.

Durch seine Arbeiten werden Stadt- und Landschaftsräume auf neue und bemerkenswerte Weise erfahrbar. Der Künstler geht von der Geschichtlichkeit eines Ortes aus und stellt darauf aufbauend gesellschaftliche, historische und politische Bezüge her, die dem Betrachter durch eine ungewohnte und ästhetisch höchst verdichtete Gestaltung bewusst werden. So entstehen sinnliche und kommunikative Erfahrungsräume. Der intensive Dialog zwischen Mensch, Natur und Kunst spielt dabei eine entscheidende Rolle. „Alles, was die Menschen wissen, geht auf die Natur zurück. Alle Formen, ob verborgen oder offen, finden sich in der Natur. Selbst Dinge, die nur in der Imagination oder im Unbewussten existieren, entstammen der Natur.“, äußert sich der Künstler.

Ein weiteres, bekanntes Resultat seines Schaffens ist die Arbeit „Passages“ (1990–94) an der spanisch-französischen Grenze, die am Ende der Ausstellung gezeigt wurde. Sie stellt eine Hommage an Walter Benjamin dar und befindet sich an dem Ort, wo sich jener auf der Flucht vor den Nazis 1940 das Leben nahm.

In 20 Räumen wurde ein umfassender Überblick über das Werk Dani Karavans gegeben. Beginnend mit einem Einblick in die künstlerischen Anfänge wurden alle wichtigen Werkphasen und Hauptwerke vorgestellt. Die Environments wurden durch Modelle, Fotografien und beeindruckende Filme dokumentiert. Außerdem entwickelte Dani Karavan eigens für die Ausstellung neue Installationen, die seine Arbeitsweise, den Umgang mit bestimmten Materialien und Metaphern veranschaulichten.

Die Ausstellung wurde eröffnet von Herrn Staatsminister Bernd Neumann in Anwesenheit des Gesandten Israels, Ilan Mor und von Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker. Der israelische Botschafter besuchte die Ausstellung. In der regionalen und überregionalen Presse (über 119 Beiträge), im Internet (220 Beiträge) und im Rundfunk (9 Beiträge) bekam die Ausstellung ein sehr positives Echo. Begleitend zur Ausstellung erschien ein umfassender Katalog im Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen.

Veranstalter: Berliner Festspiele in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin.
Eine Ausstellung des Tel Aviv Museum of Art. Ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin. Mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie. Gefördert durch die Hartwig Piepenbrock Kulturstiftung und EL AL.
Kuratoren: Fritz Jacobi, Berlin; Mordechai Omer, Tel Aviv
in Zusammenarbeit mit Noa Karavan-Cohen, Paris, Tel Aviv
Ausstellungsstationen: Tel Aviv: Tel Aviv Museum of Art, Berlin: Martin-Gropius-Bau, Tokio: Setagaya Art Museum