Michael Wertmüller „Anschlag“

Michael Wertmüller: „Anschlag“. [Ausschnitt]

Musiktheater

Anschlag

Musiktheater

19:15 Künstlergespräch
Mark Sattler im Gespräch mit Lukas Bärfuss und Michael Wertmüller

Der erhabenen Schönheit des menschlichen Körpers steht eine unermessliche Brutalität gegenüber, dem Wunder der Existenz, eine Ohnmacht des Ichs. Weder Meditation noch Askese, weder Verstand noch Wissenschaft helfen, sich dieser Brutalität und Ohnmacht zu entledigen.

Während Lukas Bärfuss in seinem Libretto für Michael Wertmüller mit Texten über Leben, Tod und Krankheit des Einzelnen und der Gesellschaft die Frage stellt, ob dem neuen Menschenbild ein neues Bild des Körpers entspräche und ob wir unsere Körperlichkeit nicht durch Musik würden transzendieren können, setzt Michael Wertmüller auf die Zeit: „Die Zeit war schon immer ein Anschlag auf das Leben“, und jede künstlerische Ambition ein Versuch, sich dem Zeitstrom entgegenzustellen.

Fernab jeder Programmatik begegnet Michael Wertmüller den Texten von Lukas Bärfuss gewissermaßen mit der elementaren Kraft der musikalischen Interaktion des Musikers mit seinem Instrument: „Er ist das Wesen der Körperlichkeit in der Musik und der Anschlag die letzte Bastion der Körperlichkeit von Zeit“.

Michael Wertmüllers hochenergetische Musik und das vielschichtige Libretto des Berliner Literaturpreisträgers Lukas Bärfuss wird von außergewöhnlichen Solisten und dem „Hammond-Avantcore-Trio“ Steamboat Switzerland in einer szenischen Realisation von George Delnon und Marie-Thérèse Jossen auf die Bühne gebracht. Die musikalische Leitung hat Titus Engel.

Michael Wertmüller
Anschlag (2012/2013) UA der komplettierten Fassung
Text: Lukas Bärfuss

Titus Engel, Musikalische Leitung
Marie-Thérèse Jossen / Georges Delnon, Szenische Realisation
Cornelia Schmidt, Regieassistenz
Sebastian Dieringer, Licht
Mark Sattler, Produktionsleitung
Katharina Christen, Produktionsassistenz
Georg Morawietz / Josh Martin, Ton
Gerd Rische, Elektronische Einspielung

Karl-Heinz Brandt, Sprecher
Clara Meloni / Anne-May Krüger / Ruth Rosenfeld, Gesang
Wojciech Garbowski / Ekkehard Windrich, Violine
Jennifer Anschel, Viola
Elena Cheah, Violoncello
Michael Weilacher, Perkussion
Louisa Marxen et al., Marschtrommel
Steamboat Switzerland:
Dominik Blum, Hammond-Orgel
Marino Pliakas, E-Bass
Lucas Niggli, Schlagzeug

Auftragswerk Lucerne Festival, gefördert durch Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung. Koproduktion von Lucerne Festival mit Theater Basel und Akademie der Künste Berlin / Studio für Elektroakustische Musik. Mit Unterstützung von UBS Kulturstiftung, Landis & Gyr Stiftung, Siemens Building Technologies. Das Gastspiel in Berlin wird gefördert durch Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung