Konzert
Orchester zu Gast

Sächsische Staatskapelle Dresden

Gidon Kremer

Gidon Kremer

© Horst Helmut Schmeck

Vergangene Termine

19:00 Uhr Einführung

„Als Ideal betrachte ich ein solches Verhältnis zur Tradition und zu neuen Kompositionsmitteln, bei dem der Künstler alle Mittel – sowohl neue als auch traditionelle – beherrscht, aber so, als schenke er weder den einen noch den anderen Beachtung“, schrieb die 1931 geborene Komponistin Sofia Gubaidulina einmal. „Es gibt Komponisten, die ihre Werke sehr bewusst bauen, ich zähle mich dagegen zu denen, die ihre Werke eher ‚züchten‘. Und darum bildet die gesamte von mir aufgenommene Welt gleichsam die Wurzeln eines Baumes und das daraus gewachsene Werk seine Zweige und Blätter. Man kann sie zwar als neu bezeichnen, aber es sind eben dennoch Blätter, und unter diesem Gesichtspunkt sind sie immer traditionell, alt.“

In diesem Konzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Christian Thielemann ist Gubaidulinas 2007 entstandenes Zweites Violinkonzert mit dem Titel „In Tempus praesens“ zu hören; Solist der Aufführung ist Gidon Kremer. Außerdem steht mit der Neunten Symphonie von Anton Bruckner das Werk eines Komponisten auf dem Programm, der seine Arbeiten ebenfalls „züchtete“ – wenngleich aus gänzlich anderen Gründen als Gubaidulina. Das Unverständnis, auf welches Bruckners von Eduard Hanslick einmal als „Riesenschlangen“ gescholtene Symphonien im 19. Jahrhundert stießen, führte dazu, dass der Komponist zahlreiche seiner Werke zum Teil mehrfach überarbeitete. So wurde die Entstehung der bei Bruckners Tod im Jahre 1896 unvollendet gebliebenen Neunten immer wieder von der Arbeit an Neufassungen der Ersten, Dritten und Achten Symphonie des Komponisten unterbrochen.

Sofia Gubaidulina [*1931]
In tempus praesens
Konzert für Violine und Orchester [2007]

Anton Bruckner [1824-1896]
Symphonie Nr. 9 [1887-96, Nowak-Fassung]
„Dem lieben Gott“ gewidmet

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin