Jukka-Pekka Saraste

Jukka-Pekka Saraste

© WDR / Thomas Kost

Konzert
Orchester zu Gast

WDR Sinfonieorchester Köln

19:00 Uhr Einführung

„Es gibt in der Kunst keinen Anfang und es gibt kein Ende, es gibt auch nichts im absoluten Sinn Neues und nichts Altes. Es gibt nur die Bewegung, den Wechsel, beide sind nichts Absichtliches, Gewaltsames, sondern natürliche Erscheinungen organischen Lebens, das niemals stillsteht, sondern stets neue Gestaltungen hervortreibt und eben an diesem immerwährenden Treiben seine innere Kraft erweist.“ (Paul Bekker 1924)

Wolfgang Rihms Komposition „Transitus“ für Orchester enthält bereits in seinem Titel einen Hinweis fürs Hören. „Worauf es ankommt, sagt Rihm, ist, welche und wieviel Energie bewegt wird. Musik ist Energieweitergabe.“ Mit „Transitus“ wollte er ein Stück schreiben, das sich von selbst ergibt, wo eines aus dem anderen wächst, alle Ereignisse jedoch in jene Unabschließbarkeit münden, die das Grundrauschen jeder Musik sei. „Transitus“ gedacht als Durchgang oder Bewegungsstrom sei ein Bild für das menschliche Existieren schlechthin. In seinem jüngsten Stück, dem Konzertstück für Klaviertrio und Orchester, das an diesem Abend uraufgeführt wird, werden zwei unterschiedliche musikalische Situationen zusammengebracht: die des intimen kammermusikalischen und die des orchestralen Musizierens. Beide Werke aus den Jahren 2012-14 werden in einen Kontext mit der großen C-Dur Symphonie Franz Schuberts von 1825/26 gestellt. Diese Konstellation nährt sich nicht aus dem Kontrast von Aktuellem und Vergangenem. Sie ist auch kein nostalgischer Blick zurück, sondern Ausdruck einer Auffassung, die auch das Vorher und Nachher der geschichtlichen Konstruktion durchlässig und unabgeschlossen denkt.

Wolfgang Rihm [*1952]
Transitus für Orchester [2012/13]

Wolfgang Rihm
Trio Concerto für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester[2014]
Kompositionsauftrag des Westdeutschen Rundfunks,
Dallas Symphony und des Tonhalle Orchesters Zürich
Uraufführung

Franz Schubert [1797-1828]
Symphonie Nr. 8 C-Dur D 944 [1825/26]

Trio Jean Paul
Ulf Schneider, Violine
Martin Löhr, Violoncello
Eckart Heiligers, Klavier

WDR Sinfonieorchester Köln
Jukka-Pekka Saraste Leitung

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin