Sir Simon Rattle

Sir Simon Rattle

© Monika Rittershaus

Konzert
Brahms / Schumann / Berliner Orchester

Berliner Philharmoniker

Brahms / Schumann II

19:00 Uhr Einführung

Wie sein Mentor Robert Schumann litt auch Johannes Brahms unter „Symphoniescrupeln“: Zu übermächtig war das Vorbild Ludwig van Beethovens, den der Komponist wie einen „Riesen hinter sich marschieren“ hörte. Erst im Alter von 43 Jahren fand Brahms den Mut, der Öffentlichkeit seine Erste Symphonie zu präsentieren – und wurde prompt als „Erbe Beethovens“ apostrophiert. Mit dem Erfolg dieses Werkes war der Bann gebrochen, und schon ein halbes Jahr später begann Brahms mit der Arbeit an seiner Zweiten Symphonie, in welcher die Berührungspunkte des Komponisten mit Beethoven besonders deutlich zu Tage treten. Im Kopfsatz von Brahms’ Zweiter erinnern zahlreiche satztechnische Details an die Musik des lange gefürchteten Vorbilds. Die formale Anlage des dritten Satzes als Intermezzo mit doppeltem Trio zeugt neben instrumentatorischen Parallelen hingegen von dem Einfluss, den auch Schumann auf den Symphoniker Brahms ausübte. Schumanns 1846 von Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig aus der Taufe gehobene Zweite Symphonie, über die der Komponist schrieb, sie habe ihm „manche Mühe gemacht“, lässt ebenfalls Reminiszenzen an Beethoven erkennen: So folgt die „Umstellung“ der Mittelsätze dem Beispiel von Beethovens Neunter Symphonie, während ein im Finale aufblitzender melodischer Gedanke von Beethovens Liedzyklus „An die ferne Geliebte“ (Nr. 6: „Nimm sie hin denn, diese Lieder“) inspiriert zu sein scheint.

Robert Schumann [1810-1856]
Symphonie Nr. 2 C-Dur op. 61 [1845-47]

Johannes Brahms [1833-1897]
Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 [1877]]

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker
in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin