Sir Simon Rattle

Sir Simon Rattle

© Monika Rittershaus

Konzert
Brahms / Schumann / Berliner Orchester

Berliner Philharmoniker

Brahms / Schumann III

18:00 Uhr Einführung

„Die Kunst, ohne Einfälle zu komponieren, hat entschieden in Brahms ihren würdigsten Vertreter gefunden“, spöttelte einst Hugo Wolf, fügte aber versöhnend hinzu: „Ganz wie der liebe Gott versteht auch Herr Brahms sich auf das Kunststück, aus nichts etwas zu machen.“ Damit ebnete Wolf den Weg für das Vorurteil, Johannes Brahms fehle es an melodischer Erfindungsgabe und motivischer Prägnanz. Welch ein Irrtum! „Was geht meine ‚Erfindung‘ mich an?“, konterte denn auch Brahms, „das ist wie ein Samenkorn, das in der Erde liegt: entweder geht es auf oder es geht nicht auf, im letzten Falle taugte es nichts.“ Ein Paradebeispiel für Brahms’ Kunst, „aus nichts etwas zu machen“, bilden die beiden Bläserakkorde, die dem Kopfsatz seiner Dritten Symphonie vorangestellt sind: Ihre tonale Spannung und melodische Ausformung markieren wichtige Entwicklungspunkte des weiteren Satzverlaufs und leiten im Finale eine thematische Reminiszenz an den Kopfsatz ein. Und auch das Hauptthema des dritten Satzes, das nicht zuletzt durch die Verfilmung von Françoise Sagans Roman „Aimez-vous Brahms?“ Berühmtheit erlangt hat, gibt Hugo Wolf recht: Denn tatsächlich könnte nur „der liebe Gott“ das Orchester schöner singen lassen! Dass es indes wenig zur Sache tut, „auf welche Weise Kompositionen entstehen“, bemerkte Robert Schumann, denn: „Meist wissen das die Komponisten selbst nicht!“ Dennoch lässt sich die überschwängliche Stimmung seiner Dritten Symphonie vielleicht damit erklären, dass dieses Werk in einem von Schumanns glücklichsten Jahren entstand.

Johannes Brahms [1833-1897]
Symphonie Nr. 3 F-Dur op. 90 [1883]

Robert Schumann [1810-1856]
Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 [1850]
„Rheinische“

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker
in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin