Sir Simon Rattle

Sir Simon Rattle

© Monika Rittershaus

Konzert
Brahms / Schumann / Berliner Orchester

Berliner Philharmoniker

Brahms / Schumann IV

19:00 Uhr Einführung

1853 bezeichnet Robert Schumann in einem Artikel der „Neuen Zeitschrift für Musik“ Johannes Brahms als „ein junges Blut, an dessen Wiege Grazien und Helden Wache hielten“, und als einen Komponisten „der den höchsten Ausdruck der Zeit in idealer Weise auszusprechen berufen wäre, einer, der uns die Meisterschaft nicht in stufenweiser Entfaltung brächte, sondern, wie Minerva, gleich vollkommen gepanzert aus dem Haupte des Kronion spränge. […] Am Klavier sitzend, fing er an wunderbare Regionen zu enthüllen. Wir wurden in immer zauberischere Kreise hineingezogen. Dazu kam ein ganz geniales Spiel, das aus dem Klavier ein Orchester von wehklagenden und lautjubelnden Stimmen machte.“ Brahms’ Weg zur Symphonie ist Schumanns prophetischen Worten zum Trotz ein langer. 1885 zieht der Komponist mit seiner Vierten dann den Schlussstrich unter sein symphonisches Œuvre. Ihr auf dem barocken Satzprinzip der Passacaglia beruhender letzter Satz blickt auf die Musik des Barockzeitalters ebenso zurück wie Brahms’ kompositorische Strenge auf das Schaffen von Arnold Schönberg vorausweist. Schumanns Vierte Symphonie hingegen, die einzige des Komponisten, die in einer Moll-Tonart steht, stellt in Wirklichkeit den zweiten Beitrag Schumanns zu dieser Gattung dar. Das Werk entstand 1841, wurde nach einer tiefgreifenden Überarbeitung aber erst zehn Jahre später als Schumanns Opus 120 veröffentlicht – und damit zu einem Zeitpunkt, zu dem die als Nummern 2 und 3 gezählten Symphonien des Komponisten bereits im Druck erschienen waren.

Robert Schumann [1810-1856]
Symphonie Nr. 4 d-Moll op. 120 [Urfassung 1841]

Johannes Brahms [1833-1897]
Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98 [1885]

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker
in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin