Amphitryon und sein Doppelgänger

Amphitryon und sein Doppelgänger. v.l. Michael Neuenschwander, Lena Schwarz; oben: Carolin Conrad, Fritz Fenne

© Matthias Horn

Theater
10er Auswahl

Amphitryon und sein Doppelgänger

nach Heinrich von Kleist
Schauspielhaus Zürich

Premiere 27. September 2013

  • 1h 40, keine Pause

Publikumsgespräch am 4. Mai im Anschluss an die Vorstellung
Deutsches Theater
mit dem Ensemble und Barbara Burckhardt (Jury)
Moderation Tobi Müller

Wer wagt es heute noch, ein Ich zu etablieren? Im Zeitalter des multiplen Selbst zeigt Karin Henkel, wie man Kleists Stoff gegenwärtig erzählen kann: Als Zwiebel-Spiel, an dem am Ende statt eines Kerns die Kapitulation – „Ach“ – steckt. Zwei Bühnengeschosse, der Text in Endlosschlaufen, der Zuschauer ein Gefangener der Idee, Identität als Irrgarten darzustellen. Jeder kann auch der Andere sein, und das präzise getaktet und Kleists Blankverse mit großer Leichtigkeit im Mund. Henkel erzählt ein Remake eines Remakes, die Verdoppelung eines Doppelgängerstoffs. Wer ist wer? Das kann am Schluss nicht einmal mehr der Götterkönig sagen. Die Schauspieler verstehen sich, und sie verstehen die Welt nicht mehr. „Ich bin“, sagt der moderne Mensch, sagt Amphitryon „verrückt selbst.“ Das inszeniert die Regisseurin mit bestechendem Bildwitz im Stil des Film noir, parallel gespielten Szenen, rasantem Rollentausch so, dass sich Kleists Universum als Welt voller Paradoxien, Ängste und tragischer Konflikte auftut.

www.schauspielhaus.ch

Regie Karin Henkel
Bühne Henrike Engel
Kostüme Klaus Bruns
Musik Tomek Kolczynski
Licht Michel Güntert
Video Moritz Hirsch
Dramaturgie Gwendolyne Melchinger

Mit
Carolin Conrad
Fritz Fenne
Michael Neuenschwander
Lena Schwarz
Marie Rosa Tietjen