Boris Charmatz: 20 Dancers for the XX Century

Boris Charmatz: 20 Dancers for the XX Century

© Ivar Veermae

Tanz

Boris Charmatz

Musée de la danse, Rennes
„20 Dancers for the XX Century“
Dance
Deutsche Erstaufführung

  • Dauer 180 min

 28. Juni, 15:30 Uhr
Choreopolitics – Gesten der Geschichte, Gesten des Tanzes
Gespräch mit Gabriele Brandstetter, Stefan Troebst und Barbara Gronau

Geschichte ist flüchtig, und eine Geschichte des Tanzes ist mit der doppelten Flüchtigkeit von Tanz und Historie konfrontiert. Als Berliner Uraufführung entwickelt Musée de la danse das Projekt „20 Dancers for the XX Century“ für das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park und lässt die Performer dort im öffentlichen Raum einen Parcours durch die Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts gestalten. Der französische Tänzer und Choreograf Boris Charmatz lädt Kollegen ein, Solos aus dem letzten Jahrhundert – zum Teil vergessen, zum Teil viel bejubelt – zu erinnern, sich anzueignen und aufzuführen, wobei die Spanne von Meyerholds Biomechanik über Volkstanz und Vogueing bis zum zeitgenössischen Tanz reicht. Dass Geschichte sich nicht wiederholen möge, ist eines der zentralen Anliegen von Mahnmalen und Gedenkstätten, die später Geborene über vergangene Zeiten informieren. In der Tradition solcher in Stein gemeißelter Formen des Gedenkens steht nicht zuletzt die Annahme, dass zeitbasierte Künste wenig geeignet sind, historisches Geschehen zu überliefern. Mit dieser offenen Performance-Anlage tritt Musée de la danse einen Gegenbeweis an und lässt uns das insistierende Moment der Erinnerung im Ephemeren des Tanzes erfahren.

Ein Projekt von Musée de la danse
Produktion: Musée de la danse / Centre choréographique national de Rennes et de Bretagne – Leitung: Boris Charmatz
Frühere Versionen von „20 Dancers for the XX Century“ sind in Zusammenarbeit mit Champs Libres Rennes und MoMA Museum of Modern Art New York entstanden.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Mit Unterstützung von Institut français im Rahmen des Programms IntégraleS und mit Unterstützung der Convention Institut français / Stadt Rennes / Rennes Métropole.