Sir John Eliot Gardiner

© Sim Canetty-Clarke

Sir John Eliot Gardiner

Gründer und künstlerischer Leiter Monteverdi Chor, Orchestre Révolutionnaire et Romantique & English Baroque Soloists / Präsident des Bach-Archivs Leipzig / Künstlerischer Leiter Anima Mundi Festival.

Sir Eliot Gardiner gilt als einer der weltweit innovativsten und dynamischsten Musiker und als Vorreiter der visionären Interpretation. Er ist eine der Leitfiguren des aktuellen Musiklebens. Seine Arbeit mit dem Monteverdi Choir, den English Baroque Soloists und dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique, deren Gründer und künstlerischer Leiter er ist, haben ihn zur Schlüsselfigur der Wiederentdeckung Alter Musik und zum Pionier der historischen Aufführungspraxis gemacht. Als regelmäßiger Gast der weltweit führenden Symphonieorchester, wie dem London Symphony Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Royal Concertgebouw Orchestra und dem Gewandhausorchester Leipzig, dirigiert Gardiner Repertoire vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Im Jahr 2016 wurde ihm der Concertgebouw-Preis verliehen.

Die ganze Spannbreite seines Repertoires erschließt sich aus seinen über 250 preisgekrönten Einspielungen für große Labels (wie die Deutsche Grammophon, Decca, Philips und Erato). Seine Diskographie umfasst neben Werken aus Renaissance und Barock auch Mozart, Schumann, Berlioz, Elgar und Kurt Weill. 2013 veröffentlichte die Deutsche Grammophon anlässlich des 70. Geburtstags von Sir John Eliot Gardiner eine spezielle Box mit 30 CDs.

Seit 2005 erscheinen seine Einspielungen bei Soli Deo Gloria, dem unabhängigen Label des Monteverdi-Ensembles. Es wurde im Jahr 2000 für die Live-Einspielungen von Sir John Eliot Gardiners Bach Cantata Pilgrimage gegründet, für die er 2011 den Special Achievement Award von Gramophone und 2012 die Diapason d’or erhielt. Der Katalog des Labels ist mittlerweile um weitere Aufnahmen von Meisterwerken von Bach, einen Zyklus mit Symphonien von Brahms und A-cappella-Einspielungen mit dem Monteverdi Choir angewachsen. Mit dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique hat Sir John Eliot Gardiner während einer ausverkauften Tournee durch Europa und die USA die 2. und 7. Symphonie von Beethoven (2012) wie auch die Missa Solemnis (2013) live eingespielt. Er hat mehr Schallplattenpreise als jeder andere lebende Künstler erhalten. Seine vielen Ehrungen umfassen außerdem zwei Grammy Awards.

Sir John Eliot Gardiner hat Operninszenierungen am Royal Opera House Covent Garden, an der Wiener Staatsoper und der Mailänder Scala dirigiert. Er war von 1983 bis 1988 künstlerischer Leiter der Opéra de Lyon, wo er auch sein neues Orchester gründete. Nach seinem Erfolg 2008 mit Verdis „Simone Boccanegra“ am Royal Opera House Covent Garden kehrte er 2012 mit „Rigoletto“ und im September 2013 mit Mozarts „Le nozze di Figaro“ dorthin zurück, um den 40. Jahrestag seines Covent-Garden-Debüts 1973 zu feiern. Im Herbst 2015 dirigierte er am Royal Opera House Glucks „Orpheus und Eurydike“ mit dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists unter der Regie von Hofesh Schechter und John Fulljames.

Als Gastdirigent pflegt Sir John Eliot Gardiner weiterhin eine enge Beziehung zum London Symphony Orchestra, mit dem er den Mendelssohn-Zyklus mit den kompletten Symphonien und kleineren Werken in der Saison 2016/17 beendet, aufgenommen für das Label LSO Live, Aufführungen, die sich durch „Tempo, Klarheit und flammende Überzeugung“ auszeichnen („Financial Times“). Kommende Höhepunkte dieser Saison als Gastdirigent umfassen seine Rückkehr zum Royal Concertgebouw Orchestra und zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. 2016 dirigierte er erneut die Berliner Philharmoniker mit Stravinskys „Oedipus Rex“.

2016 trat Sir Eliot Gardiner zum fünfundsechzigsten Mal bei den BBC Proms auf, mit Berlioz’ „Roméo et Juliette“ mit dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique, gefolgt von einer Aufführung desselben Werken beim Festival Berlioz in La Côte Saint-André. Das Edingburgh International Festival veranstaltete zwei Konzerte mit dem Monteverdi Choir, Schumanns „Manfred“ mit dem Scottish Chamber Orchestra sowie Bachs Matthäus-Passion mit den English Baroque Soloists, auswendig gesungen und Teil einer mehrjährigen europäischen Tournee mit diesem Werk. Im Jahr 2017 feiern Gardiner, die English Baroque Soloists und der Monteverdi Choir überall auf der Welt das Monteverdi-Jubiläum, mit Aufführungen der drei erhaltenen Opern.

Als Experte für die Musik von J.S. Bach hat Sir John Eliot Gardiner im Oktober 2013 bei Allen Lane das Buch „Music in the Castle of Heaven: A Portrait of Johann Sebastian Bach“ veröffentlicht, für das ihm der Prix des Muses (Singer-Polignac) verliehen wurde. Im Jahr 2014 wurde Sir John Eliot Gardiner erster Stiftungspräsident des Leipziger Bach-Archivs und war 2014/2015 erster Christoph Wolff Distinguished Visiting Scholar der Universität Harvard.

Unter seinen vielen Auszeichnungen finden sich Ehrendoktorwürden des New England Conservatory of Music, der Universität Lyon, der Universität Cremona und der University of St Andrews. Sir John Eliot Gardiner ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music, Honorary Fellow des King’s College London, der British Academy und des King’s College Cambridge, wo er selbst studierte und von wo er eine Ehrendoktorwürde erhielt. 2008 erhielt er den angesehenen Bach Prize der Royal Academy of Music. 2011 wurde Sir John Eliot Gardiner Ritter der Ehrenlegion in Frankreich und erhielt 2005 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. In Großbritannien wurde er 1990 Commander of the British Empire und 1998 für seine Verdienste um die Musik zum Ritter geschlagen.

Stand: Juni 2017

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