Semyon Bychkov

 

Semyon Bychkov, der mit diesem Auftritt zum ersten Mal beim Musikfest Berlin zu erleben ist, besuchte in seiner Heimatstadt St. Petersburg das staatliche Musikkonservatorium, wo er in die Dirigierklasse des legendären Pädagogen Ilya Musins aufgenommen wurde. 1975 emigrierte er in die USA. Dort machte er als Musikdirektor des Grand Rapids Symphony Orchestra (1980-1985) und des Buffalo Philharmonic Orchestra (1985-1989) international auf sich aufmerksam. Anschließend übersiedelte Semyon Bychkov nach Europa, wo er Chefdirigent des renommierten Orchestre de Paris wurde, das er bis 1998 leitete. Daneben übernahm er die Position eines ersten Gastdirigenten bei den St. Petersburger Philharmonikern (1990–1994) sowie beim Orchester des Maggio Musicale Fiorentino (1993–2000).

1998 wurde Semyon Bychkov Chefdirigent der Sächsischen Staatsoper Dresden, wo er bis 2003 Neuinszenierungen von Wagners „Rheingold“ und „Walküre“, Strauss’ „Rosenkavalier“ und Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ dirigierte. Zu Bychkovs Repertoire zählt u.a. die ganze Bandbreite der Opern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts von Wagner, Puccini, Strauss, Janáček, Mussorgskij und Schostakowitsch. So ist er in allen renommierten Opernhäusern Europas und Amerikas als Dirigent gefragt. Im Rahmen der Salzburger Festspiele dirigierte er 2004 Strauss’ „Rosenkavalier“ mit den Wiener Philharmonikern.

Zuletzt war Semyon Bychkov Chefdirigent des WDR-Sinfonieorchesters Köln (1997–2010), mit dem er zahlreiche Tourneen durch Nord- und Südamerika, Russland, Japan und Europa unternommen hat. Regelmäßig leitet Semyon Bychkov die großen Orchester der USA; in Europa gastierte er u.a. bei den Berliner und Wiener Philharmonikern, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und beim Orchester der Mailänder Scala. Semyon Bychkov ist Inhaber des Otto Klemperer Chair of Conducting Studies an der Royal Academy of Music in London und des Günther Wand Chair des BBC Symphony Orchestras. Er wird vor allem wegen die Klarheit seiner Interpretationen und die Klangsinnlichkeit, die er mit den von ihm geführten Orchestern entfaltet, geschätzt. Viele seiner CD-Einspielungen – zuletzt die Einspielung von Richard Strauss’ „Alpensymphonie“, „Till Eulenspiegel“, „Ein Heldenleben“ und die „Metamorphosen“ – stehen in den Kritikerrankings ganz oben.

Stand: Juni 2014

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