Evelyn Herlitzius

 

Evelyn Herlitzius stammt aus Osnabrück. Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Beim „Meistersinger-Gesangswettbewerb“ in Nürnberg gewann sie 1993 den 1. Preis. Bevor die Künstlerin an die Sächsische Staatsoper Dresden engagiert wurde, gastierte sie u.a. als Leonore bei den Bregenzer Festspielen („Fidelio“, 1996) und an der Staatsoper München („Venus und Adonis“ von Hans Werner Henze).

An der Sächsischen Staatsoper Dresden debütierte die Sängerin 1997 als Leonore in Beethovens „Fidelio“. Seitdem ist sie mit diesem traditionsreichen Opernhaus eng verbunden. In Dresden interpretiert sie die großen Partien ihres Fachs wie Jenufa, Elisabeth und Venus („Tannhäuser“), Isolde („Tristan und Isolde“), Sieglinde und Brünnhilde („Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“), Kundry („Parsifal“), Färberin („Die Frau ohne Schatten“) und Turandot.

Die Künstlerin ist Gast der bedeutenden Bühnen und internationalen Sinfonieorchester im In- und Ausland, so unter anderem an den Staatsopern Berlin, München, Wien, in Zürich, in Rom, an der Deutschen Oper am Rhein, der Deutschen Oper Berlin, der Mailänder Scala, des Théâtre de la Monnaie Brüssel, der Nederlandse Opera Amsterdam und des Gran Teatre Liceu Barcelona. Sir Simon Rattle engagierte sie für Schönbergs „Erwartung“ mit den Berliner Philharmonikern, für deren Gastspiel in New York (2009) und für konzertante Aufführungen als Brünnhilde („Die Walküre“) in Berlin (2012). Unter diesem Dirigenten sang sie an der Staatsoper Wien die Brünnhilde in zwei kompletten Ring-Zyklen (2015).

Evelyn Herlitzius arbeitete mit so bedeutenden Dirigenten wie Daniel Barenboim, Pierre Boulez, Adam Fischer, Daniele Gatti, Daniel Harding, Kent Nagano, Kirill Petrenko, Sir Simon Rattle, Sir Donald Runnicles, Christian Thielemann und Regisseuren wie Willy Decker, Jürgen Flimm, Andreas Homoki, Harry Kupfer, Christof Loy, Uwe Eric Laufenberg, Hans Neuenfels und Christoph Schlingensief zusammen.

Ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen gab Evelyn Herlitzius 2002 mit der Brünnhilde, die sie dort auch 2003 und 2004 sang. 2006 und 2007 kehrte sie als Kundry („Parsifal“) sowie 2010 als Ortrud in der Neuinszenierung des „Lohengrin“ zurück. Bei den Salzburger Festspiele 2011 trat sie als Färberin in „Die Frau ohne Schatten“ und beim Aix-en-Provence Festival 2013 als Elektra (in einer Neuinszenierung von Patrice Chereau unter Esa-Pekka Salonen) auf.

2002 wurde Evelyn Herlitzius zur Kammersängerin ernannt. Sie ist Trägerin des Christel-Goltz-Preises (1999) und des Deutschen Theaterpreises „Faust“ (2006). Für die „Elektra“-Produktion in Aix-en-Provence (2013) erhielt sie den Opera Award London. Die Einspielung ihrer Elektra unter Christian Thielemann wurde in diesem Jahr für einen Grammy nominiert. Für dieselbe Produktion wurde sie als beste Sängerdarstellerin 2014 erneut mit dem „Faust“-Theaterpreis geehrt.

Stand: August 2015