Lejaren Hiller

 

Lejaren Hiller, ein amerikanischer Komponist, gilt heute als ein Pionier der Computermusik. Von Kindheit an war er sowohl an Wissenschaft als auch an Musik interessiert und diese doppelte Ausrichtung prägte einen großen Teil seines Berufslebens. Er absolvierte ein Chemiestudium in Princeton und studierte gleichzeitig Komposition bei Roger Sessions und Milton Babbitt. Nach fünf Jahren Tätigkeit in der industriellen chemischen Forschung, während der er kontinuierlich komponierte und erste öffentliche Aufführungen seiner Werke erlebte, wechselte er an den Fachbereich Chemie der Universität Illinois Urbana-Campaign. Dort arbeitete er mit ILLIAC IV, dem ersten Raum füllenden Universitäts-Computer und zog Parallelen zwischen der Computeranwendung in der Wissenschaft und dem Prozess des Komponierens. In Zusammenarbeit mit Leonard Isaacson schrieb er 1956 die „Illiac-Suite“ für Streichquartett, in der kompositorische Entscheidungen dem Rechner überlassen wurden, und zwar nach einem Set von Regeln oder gewichteten Wahrscheinlichkeiten, die vom Komponisten festgelegt worden waren. Andere wichtige Werke sind „Computer Cantata“ für Sopran, Tonband und Kammerensemble (1963), „Algorithms I-III“ (1968-72), und (zusammen mit John Cage) „HPSCHD“ (1968). Hiller schrieb auch Kammermusik für traditionelle Instrumente und verschiedene Musiken für Theater, Film und Fernsehen. Bis 1968 leitete er das Studio für elektronische Musik der Universität Illinois. Anschließend ging er an die State University von New York in Buffalo, wo er Komposition unterrichtete und zusammen mit Lukas Foss das Center for the Creative and Performing Arts leitete.

Stand: Januar 2016

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