Nástio Mosquito

© Sander Buyck

Nástio Mosquito

Nástio Mosquito wurde 1981 in Angola geboren, größtenteils in Portugal ausgebildet und lebt derzeit in Brüssel. Er stellt sich zunehmend als einer der interessantesten Künstler seiner Generation heraus und erhielt kürzlich den Future Generation Kunstpreis. Seine künstlerischen Wurzeln liegen in der Fernsehbranche, wo er als Regisseur und Kameramann arbeitete; seine künstlerische Praxis umfasst jedoch auch Video und Musik, Performance und Installation. Auf der Bühne steht Mosquito selbst im Mittelpunkt seiner Arbeit. Mit den Mitteln der Nachahmung schlüpft er in Rollen, in denen er nicht so sehr seine eigenen Überzeugungen verlauten lässt, sondern eher die menschlichen Torheiten beobachtet, die sich im modernen Leben offenbaren. Die Distanz zwischen seiner tatsächlichen Identität und solchen Darstellungen ermöglicht es ihm, sich je nach Anlass grenzüberschreitend, cool, zynisch, profan oder vulgär zu äußern.

Auf unterschiedlichste Weise richtet Mosquito uns auf eine Zukunft aus, in der klare Unterscheidungen zwischen den Kunstformen, zwischen populärer Kultur und schönen Künsten genauso wie die Einordnung kultureller Identitäten überflüssig oder irrelevant sein werden. Sein Selbstverständnis als Mitglied der Kunstszene geht mit seinem Interesse an afrikanischer Politik (vor allem hinsichtlich des Vermächtnisses des langen und blutigen Bürgerkriegs in Angola), an Geschlechterpolitik, ungebremstem Konsum und weiteren Auswirkungen der Globalisierung einher.

Mosquito ist bereits bei mehreren Musikevents im Rahmen von Programmen bildender Kunst aufgetreten, so zum Beispiel bei der Biennale von Bordeaux (2009), der Tate Modern (2012) und der Berardo Collection (2013). Außerdem pflegt er eine lebendige Online-Präsenz, darunter eine App, und veröffentlichte kürzlich das Album „Se Eu Fosse Angolano“. Seine erste Einzelausstellung in einem Museum fand 2015 unter dem Titel „Daily Lovemaking“ in Birmingham statt. Zuvor hatte er unter anderem an den Gruppenausstellungen „9 Artists“ am Walker Arts Centre (2013), „Politics of Representation“ in der Tate Modern (2012) und der 29. Biennale von São Paulo mitgewirkt.

www.nastiomosquito.com 

Stand: Mai 2016

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