Sergej Eisenstein

 

Sergej Eisenstein (1898–1948) ist einer der bedeutendsten Regisseure des sowjetischen Films. Am 22. Januar 1898 in Riga als Sohn eines Architekten geboren, kam Eisenstein über das experimentelle Theater Wsewolod Meyerholds zum Film. In den 1920er Jahren entstanden vier Filme über die Russische Revolution, unter denen „Panzerkreuzer Potemkin“ herausragt, der seinen Regisseur weltberühmt machte. Der Film beeindruckte durch eine experimentelle, dem Kubismus nahestehende Bildgestaltung, eine neuartige und wirkungsmächtige Montagetechnik, in der scharfe Gegensätze miteinander verklammert werden, und eine Dramaturgie, die auf einen individuellen Helden verzichtet und stattdessen das Handeln von Gruppen und Menschenmengen in den Mittelpunkt stellt.

1929 brach Einstein zu Reisen nach Europa und Amerika auf, um die neue Technik des Tonfilms kennen zu lernen. Er arbeitete an verschiedenen Projekten, unter anderem einem weit ausgreifenden, Fragment gebliebenen Film über Mexiko. 1932 wurde Eisenstein von den Behörden zurück in die Sowjetunion beordert, wo sich das kulturpolitische Klima stark verändert hatte. Neue Filme des in Ungnade gefallenen Regisseurs wurden abgelehnt oder verboten, bis er 1938 die Dreherlaubnis zum Film „Alexander Newski“ erhielt, der den Sieg der Russen über die Ritter des deutschen Ordens im späten Mittelalter darstellt. Einen zentralen Bestandteil des Films bildet die Musik von Sergej Prokofjew, der in den Entstehungsprozess ungewöhnlich eng eingebunden war.

Der große Erfolg von „Alexander Newski“ führte zu dem auch von Stalin persönlich ausgesprochenen Auftrag zu einem historischen Film über den Zaren Iwan IV. Eisenstein plante den Film als Trilogie und arbeitete wieder mit Prokofjew zusammen. 1944 konnte er den ersten Teil von „Iwan der Schreckliche“ erfolgreich abschließen, der zweite Teil dagegen fiel der Zensur zum Opfer und wurde erst 1958 uraufgeführt. Eisenstein starb am 11. Februar 1948, ohne die Trilogie beenden zu können. Neben seinen Filmen hat er zahlreiche grundlegende theoretische Schriften sowie eine Autobiographie verfasst.

Stand: Juni 2016

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