Olga Neuwirth

 

Eine ausgeprägte künstlerische Neugier ist konstitutiv für das Schaffen der am 4. August 1968 in Graz geborenen Komponistin Olga Neuwirth. Diese Neugier lässt sie immer wieder künstlerische Grenzen überschreiten und überraschende Verbindungslinien zwischen konventionell voneinander getrennten Bereichen ziehen. So bezieht Olga Neuwirth in ihre Werke etwa häufig Elemente aus der Populärkultur ein und nimmt Anregungen aus der Naturwissenschaft bis hin zur Verwendung von Messdaten auf. Ein eigenes Feld ihrer weit gespannten künstlerischen Tätigkeit ist die intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Film, die von eigenen experimentellen Kurzfilmen und Videoinstallationen bis zum Komponieren von Filmmusik reicht. Besonders innovativ zeigt sich die Künstlerin in ihrem Umgang mit den Möglichkeiten der Live-Elektronik, die einen unverzichtbaren Bestandteil vieler ihrer Werke bildet. In manchen Kompositionen zeigt sich zudem in Verfremdungen und musikalischen Anspielungen ein hintergründig-skurriler schwarzer Humor.

Olga Neuwirth stammt aus einer Musikerfamilie. Sie studierte unter anderem in San Francisco und Wien, arbeitete am IRCAM, dem Pariser Institut für elektronische Musik, und empfing wichtige Anregungen von Luigi Nono, Tristan Murail und Adriana Hölszky. 1991 begann ihre bis heute andauernde Zusammenarbeit mit der Dichterin Elfriede Jelinek, die sich als höchst produktiv herausgestellt hat und ihren Niederschlag unter anderem in den Musiktheaterwerken „Bählamms Fest“, „Lost Highway“ – nach dem Film von David Lynch – und „Kloing! and A Songplay in 9 fits“ gefunden hat. Spätestens seitdem Pierre Boulez ihr Orchesterwerk „Clinamen/Nodus“ im Jahr 2000 auf einer Tournee des London Symphony Orchestra vorstellte, gehört Olga Neuwirth zu den führenden Komponist*innenpersönlichkeiten ihrer Generation.

Stand: Juni 2016

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