Jean-Yves Thibaudet

© Decca / Kasskara

Jean-Yves Thibaudet

Als einer der besten und begehrtesten Pianisten unserer Zeit hat Jean-Yves Thibaudet die seltene Fähigkeit, poetisches Feingefühl mit blendenden technischen Fähigkeiten zu kombinieren. Sein Talent, aus jedem Werk zarte, überraschende Farben und Strukturen hervorzuholen, beschrieb die New York Times so: „jede Note, die er formt, ist eine Perle … die Freude, Brillanz und Musikalität seines Spiels kann man nicht überhören.“ Jean-Yves Thibaudet, besitzt eine musikalische Tiefe und natürliche Ausstrahlung, die ihn zu einem der begehrtesten Solisten der heutigen Zeit machten.

Nach einer Sommer-Residency beim Menuhin Festival in Gstaad und Auftritten beim Lincoln Center Mozart Festival, dem Tanglewood Music Festival, beim Saratoga Springs Performing Arts Center und dem Hollywood Bowl, nimmt Jean-Yves Thibaudet für 2015/16 drei Residencies wahr, beim Royal Concertgebouw Orchester Amsterdam, bei der Seattle Symphony und an der Colburn School of Music. Mit der aktuellen Saison beginnt das zweite von drei Jahren seiner Colburn-Residency, die erste ihrer Art, mit einer großen Leidenschaft für die Ausbildung und Förderung der nächsten Musiker-Generation. Er gibt Meisterkurse und tritt zusammen mit seinen Studenten auf. Mit dem Seattle Symphony wird er unter anderem das Saint-Saëns Klavierkonzert Nr. 5, Ravel’s Klavierkonzert in G-Dur und Gershwin’s Klavierkonzert in F-Dur aufführen. Des Weiteren ist die Aufführung von Dvořaks Klavierquintett Nr. 2 und eine Konzerttournee durch Asien geplant.

Er eröffnete seine Residency beim Royal Concertgebouw Orchester mit dem Klavierkonzert Nr. 3 von James MacMillan, das er im Jahre 2011 in Auftrag gab und uraufführte und unternimmt mit dem RCO eine Konzerttournee durch Europa, auf der Beethovens 5. Klavierkonzert gespielt wird. Diese Residency beinhaltet auch Kammermusik-Konzerte, einen Auftritt bei der RCO Club Night und einen Meisterkurs. Im Frühjahr 2016 wird Thibaudet mit dem Tonhalle Orchester Zürich in verschiedenen Städte Europas auf Tournee gehen und Griegs Klavierkonzert in a-Moll spielen. Zudem wird der Pianist mit einem Recital-Programm durch die USA, Europa und Asien reisen. Er konzertiert mit dem Emerson String Quartet sowie mit dem Alma Quartett und spielt gemeinsam mit Gautier Capuçon im Wiener Musikverein.

Jean-Yves Thibaudet hat über 50 Alben bei Decca veröffentlicht, die mit dem Deutschen Schallplattenpreis, der Diapason d’Or, dem Choc du Monde de la Musique, dem Gramophone Award, zwei Echo Awards und dem Edison Prize ausgezeichnet wurden. Im Frühjahr 2010 erschien ein Gershwin-Album mit großen Jazz-Band Orchestrierungen der „Rhapsody in Blue“, Variationen über „I Got Rhythm“ und dem Klavierkonzert in einer Live-Aufnahme mit dem Baltimore Symphony Orchestra unter Marin Alsop. Bei seiner Grammy-nominierten Aufnahme von Saint-Saëns’ Klavierkonzerten Nr. 2 und 5 wird Thibaudet von Charles Dutoit, einem langjährigen musikalischen Weggefährten und dem Orchestre de la Suisse Romande begleitet. Ebenfalls im Jahr 2007 veröffentlichte Thibaudet „Aria: Opera Without Words“ mit Transkriptionen von Opern-Arien von Saint-Saëns, R. Strauss, Gluck, Korngold, Bellini, J. Strauss II, P. Grainger und Puccini. Unter seinen weiteren Aufnahmen sind „Satie: The Complete Solo Piano Music“ und die Jazz-Alben „Reflections on Duke: Jean-Yves Thibaudet spielt die Musik von Duke Ellington“ und „Conversations with Bill Evans“, seine Hommage an zwei Größen der Jazz-Geschichte.

Bekannt für seinen Stil und seine Eleganz auf und abseits der traditionellen Konzertbühne hat sich Thibaudet auch in der Mode- und Filmwelt sowie im karitativen Bereich einen Namen gemacht. Seine Konzertkleidung stammt von der gefeierten Londoner Designerin Vivienne Westwood. Im November 2004 war Thibaudet Präsident des renommierten Hospice de Beaune, einer jährlichen Wohltätigkeits-Auktion in Burgund, Frankreich. Er hatte einen Cameo-Auftritt in Bruce Beresfords Spielfilm „Bride of the Wind“ über Alma Mahler und steuerte zum Soundtrack sein Spiel bei. Thibaudet war Solist der Oscar- und Golden-Globe-prämierten Filmmusik von „Abbitte“ und dem Oscar-nominierte Film „Stolz und Vorurteil“. Für die Verfilmung des Romans „Extremely loud and incredibly close“ (2012) von Jonathan Safran Foer spielte er außerdem die Filmmusik von Alexandre Desplat ein.

Jean-Yves Thibaudet wurde in Lyon geboren, wo er als Fünfjähriger mit dem Klavierspiel begann. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er im Alter von sieben Jahren. Mit zwölf Jahren begann er am Conservatoire de Paris bei Aldo Ciccolini und Lucette Descaves, einer Freundin und Mitarbeiterin von Maurice Ravel, zu studieren. Im Alter von fünfzehn Jahren gewann er den Premier Prix du Conservatoire und drei Jahre später die Young Concert Artists Auditions in New York City.

Im Jahr 2001 verlieh ihm die Republik Frankreich den renommierten Titel „Chevalier des Ordre des Arts et des Lettres“. Im Jahr 2007 erhielt er die Victoire d’Honneur ausgezeichnet, einem Preis für sein Lebenswerk und die höchste Auszeichnung von Frankreichs „Victoires de la Musique“. Am 18. Juni 2010 ehrte die Hollywood Bowl Thibaudet für seine musikalischen Leistungen durch die Aufnahme in ihre Hall of Fame. Außerdem verlieh das Französische Kultusministerium ihm im Jahr 2012 den dem „Chevalier“ folgenden Titel „Officier des Ordre des Arts et des Lettres“.

www.jeanyvesthibaudet.com 

Stand: August 2016

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