Gil Shaham

© Luke Ratray

Gil Shaham

Der in den USA geborene und in Israel aufgewachsene Gil Shaham begann seine Violinstudien mit sieben Jahren bei Samuel Bernstein in Jerusalem und setzte sie dort bei Haim Taub fort. Nach Kursen bei Dorothy DeLay und Jens Ellermann in den USA gewann der Geiger 1982 den Ersten Preis beim israelischen Claremont Wettbewerb. Daran schloss sich ein Stipendium an der Juilliard School of Music in New York an, wo er weiterhin von Dorothy DeLay sowie von Hyo Kang ausgebildet wurde. Bereits im Alter von zehn Jahren gab Gil Shaham beim Jerusalem Symphony Orchestra sein erstes Konzert, bald darauf folgte ein Soloauftritt mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta.

Für seine CD-Einspielungen erhielt er zahlreiche renommierte Preise, u. a. den Grammy, den Grand Prix du Disque, den Diapason d’Or und den Gramophone Editor’s Choice. Zu seinen Veröffentlichungen zählen u.a. die Aufnahmen des a-Moll-Klaviertrios von Tschaikowsky mit Yefim Bronfman und Truls Mørk, Elgars Violinkonzert mit dem Chicago Symphony Orchestra unter David Zinman sowie das Mendelssohn-Oktett und Violinkonzerte von Josef Haydn mit den Sejong Soloists. Gemeinsam mit seiner Schwester, der Pianistin Orli Shaham, veröffentlichte er die hochgelobte CD „Nigunim“: Hebrew Melodies mit Werken, die auf jüdischen Volksweisen beruhen. 2008 wurde Gil Shaham mit dem begehrten Avery Fisher Prize ausgezeichnet und 2012 von Musical America zum Instrumentalist of the Year ernannt.

Im Rahmen seiner Residenz 2013/2014 beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks widmete er sich mit Alban Berg und Béla Bartók u.a. dem für ihn besonders wichtigen Konzertrepertoire der 1930er Jahre. Die Solo-Sonaten und -Partiten von Bach, die er im Rahmen von drei Kammerkonzerten spielte, bildeten den Kammermusik-Schwerpunkt.

Gil Shaham eröffnete mit Erich Korngolds Violinkonzert die Saison 2015/16 bei den Berliner Philharmonikern unter Zubin Metha. Er führte das John Williams Konzert mit Stéphane Dénève und dem Boston Symphony auf.

Des Weiteren spielt er Bach mit Los Angeles Philharmonic und Gustavo Dudamel; Brahms mit dem Orchestre de Paris; Tschaikowsky mit dem Orchestra del Teatro di San Carlo, das Mendelssohn-Konzert bei seiner Montreal Symphony-Residenz und auf Europatournee mit Singapore Symphony.

Die Violinkonzerte der 1930er Jahre liegen Gil Shaham persönlich sehr am Herzen. Nach Erscheinen der ersten CD mit fünf Violinkonzerten der 1930er Jahre wurde im Februar 2016 die zweite CD mit den jeweils zweiten Violinkonzerten von Bartók und Prokofjew bei Canary Classics veröffentlicht. Das Konzert von Bartók führte er mit dem Chicago Symphony und Philadelphia Orchestra in der Carnegie Hall und im Kimmel Center auf. Mit Prokofjews zweitem Violinkonzert ging er mit The Knights auf große Nordamerika-Tournee.

In Europa beginnt für Gil Shaham die Saison 2016/2017 mit einer Konzertreise des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano mit Auftritten in Wien, Prag und Verona. Es folgen Konzerte mit dem Orquestra Simfònica de Barcelona i Nacional de Catalunya. Zu weiteren Höhepunkten zählen Engagements beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Mariss Jansons in München, Frankfurt und einer anschließenden Asientournee, eine Spanientournee mit dem Saint Louis Symphony Orchestra und David Robertson, Konzerte mit dem Tonhalle Orchester Zürich und Lionel Bringuier, und er wird mit Beethovens Violinkonzert beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin zu Gast sein.

Gil Shaham spielt die Stradivari „Gräfin Polignac“ von 1699 und lebt mit seiner Frau, der Geigerin Adele Anthony und den drei Kindern in New York.

www.gilshaham.com

Stand: Juni 2017

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