Rotterdam Philharmonic Orchestra

Der Ausgangspunkt des 1918 gegründeten Rotterdams Philharmonisch Orkest war ungewöhnlich genug. Anfangs fanden sich hier Berufsmusiker*innen, die etwa in Cafés und Kinos spielten, aus dem idealistischen Wunsch zusammen, überhaupt symphonische Werke aufzuführen. Schon bald konnten Gagen ausbezahlt werden und der lose Zusammenschluss entwickelte sich zu einem Berufsorchester. Unter der Ägide des im Jahr 1930 berufenen Dirigenten Eduard Flipse wurde es für seine Aufführungen zeitgenössischer niederländischer Werke bekannt, gerade auch solche des in Rotterdam wirkenden Komponisten Willem Pijper. 1935 erhielt das Rotterdams Philharmonisch Orkest mit dem Konzertsaal De Doelen eine eigene Spielstätte mit 1300 Plätzen, die bei dem verheerenden deutschen Bombardement Rotterdams im Mai 1940 vollständig zerstört wurde. Erst 1966 konnte das Orchester ein neues, wiederum De Doelen benanntes, aber nunmehr fast doppelt so großes, akustisch vorzügliches Domizil beziehen.

In den 1970er Jahren gewann das Rotterdams Philharmonisch Orkest durch Konzerttourneen und eine ganze Reihe von preisgekrönten Einspielungen an internationalem Ansehen. In jüngerer Zeit läutete die Berufung von Valery Gergiev zum Chefdirigenten, der in Rotterdam von 1995 bis 2008 amtierte und von dem sich das Orchester inzwischen trotz seiner Verdienste distanziert hat, eine goldene Ära ein. Als Glücksgriff erwies sich die mutige Wahl des damals 33 Jahre alten Kanadiers Yannick Nézet-Séguin zu seinem Nachfolger. Nézet-Séguin führte neue Konzertreihen ein, machte die Rotterdamer auf internationalen Tourneen noch bekannter und spielte mit seinem Orchester zahlreiche, von der Kritik begeistert aufgenommene Aufnahmen ein. Seine Arbeit wird seit 2018 von Lahav Shani weitergeführt, mit dem sich das Rotterdams Philharmonisch Orkest einen noch jüngeren Dirigenten zum Künstlerischen Leiter wählte. Schon nach wenigen Konzerten vereinbarten Orchester und Dirigent, die gemeinsame Arbeit bis 2026 fortzusetzen. Welches internationale Renommee das Rotterdams Philharmonisch Orkest inzwischen hat, zeigt sich auch daran, welche Solisten mit ihm eine vertiefte Zusammenarbeit als Artist in Residence eingehen. In der Saison 2021/22 hatte die Pianistin Yuja Wang diese Funktion übernommen, 2022/23 folgt ihr der Pianist Daniil Trifonov.

Stand: August 2022

Rotterdams Philharmonisch Orkest

© Guido Pijper

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