Abel Gance um 1930

Herkunft des Fotos unbekannt

Abel Gance

 

Abel Gance (1889 - 1981) gehört zu den großen Pionieren des Films, der vor allem für seinen 1927 erstmals gezeigten monumentalen Napoleon-Film bekannt ist, einem Meilenstein der Filmgeschichte, in dem der Regisseur mit neuartigen Schnitttechniken und Kameraführungen sowie der parallelen Wiedergabe mehrerer Handlungsstränge auf drei Leinwänden experimentierte.

Abel Gance stammt aus Paris. Auf dem Umweg über die Theaterbühne kam er 1912 mit der aufstrebenden französischen Filmbranche in Kontakt. Bald begann er, eigene Filme zu drehen, in denen er oft gleichzeitig für Drehbuch, Schnitt und Regie verantwortlich war und auch als Schauspieler mitwirkte. Im Ersten Weltkrieg war Gance kurzzeitig an der Front eingesetzt, 1915 wurde er aber aus gesundheitlichen Gründen wieder aus dem Militärdienst entlassen. In den nächsten Jahren entstanden in dichter Folge etwa 20 Filme. Nach einem ersten größeren Erfolg mit dem Melodram Mater dolorosa aus dem 1917 brachte ihm 1919 der pazifistische Film J’accuse den internationalen Durchbruch.

Mitte der 1920er Jahre begann Gance mit der Arbeit an einem Napoleon-Projekt. Zunächst als Folge von sechs Filmen geplant, konnte Gance nur den ersten Teil fertigstellen, der mit einer Spieldauer von ursprünglich sechs Stunden aber auch schon für sich herkömmliche Dimensionen sprengte. Die Aufnahme beim Publikum war geteilt und als 1931 sein erster Tonfilm La fin du monde, ein aufwändig produzierter und entsprechend teurer Science fiction, an den Kinokassen durchfiel, war seine Karriere ernsthaft beschädigt. Zwar konnte Gance noch eine Reihe weiterer, teils durchaus erfolgreicher Filme drehen, bei denen er aber künstlerisch weit weniger selbstständig war, sondern an die Vorgaben der Studios gebunden blieb. Nach 1945 konnte Gance nur noch wenige Projekte realisieren und arbeitete immer wieder an Neufassungen seines Napoleon-Filmes. Abel Gance starb am 10. November 1981 in Paris.

Stand: Juli 2018

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