Collegium Vocale Gent

Im Jahr 2020 feierte das Collegium Vocale Gent sein 50-jähriges Bestehen – ein goldenes Jubiläum! Das Ensemble wurde 1970 auf Initiative von Philippe Herreweghe von einer Gruppe von Student*innen der Universität Gent gegründet. Sie waren eines der ersten Ensembles, das neue Ideen zur historischer Aufführungspraxis in der Vokalmusik umsetzte. Ihr authentischer, textorientierter und rhetorischer Ansatz gab dem Ensemble den transparenten Klang, mit dem es Weltruhm erlangte und in den großen Konzertsälen und Musikfestivals Europas, der Vereinigten Staaten, Russlands, Südamerikas, Japans, Hongkongs und Australiens auftrat. Seit 2017 veranstaltet das Ensemble sein eigenes Sommerfestival Collegium Vocale Crete Senesi in der Toskana, Italien.

In den letzten Jahren hat sich das Collegium Vocale Gent zu einem äußerst flexiblen Ensemble entwickelt, dessen breites Repertoire eine Reihe verschiedener Stilepochen umfasst. Dabei wird für jedes Projekt die ideale Besetzung zusammengestellt. Musik der Renaissance zum Beispiel wird von einer kleinen Gruppe von Solist*innen aufgeführt. Die deutsche Barockmusik, insbesondere das Vokalwerk Bachs, ist eine Spezialität des Ensembles. Ein weiterer Schwerpunkt des Collegium Vocale Gent liegt auf dem romantischen, modernen und zeitgenössischen Oratorienrepertoire, das mit symphonischem Chor von bis zu 80 Sänger*innen aufgeführt wird.

Neben dem eigenen Barockorchester arbeitet das Collegium Vocale Gent bei diesen Projekten mit mehreren historisch informierten Instrumentalensembles zusammen, darunter das Orchestre des Champs-Elysées, das Freiburger Barockorchester und die Akademie für Alte Musik Berlin. Darüber hinaus arbeitet es mit prominenten Symphonieorchestern wie dem Antwerpener Sinfonieorchester, dem Concertgebouworkest Amsterdam, dem Budapest Festival Orchestra, der Staatskapelle Dresden oder dem Chamber Orchestra of Europe zusammen. Das Ensemble hat mit Ivor Bolton, Marcus Creed, Reinbert de Leeuw, Iván Fischer, René Jacobs, Yannick Nézet-Séguin, Kaspars Putnins, Jos van Immerseel, Paul Van Nevel, James Wood und vielen anderen führenden Dirigent*innen gearbeitet.

Unter der Leitung von Philippe Herreweghe hat das Collegium Vocale Gent eine beeindruckende Diskographie mit mehr als 100 Aufnahmen aufgenommen, die meisten davon bei den Labels Harmonia Mundi France und Virgin Classics. Im Jahr 2010 gründete Philippe Herreweghe zusammen mit Outhere Music sein eigenes Label φ (PHI), um sich volle künstlerische Freiheit für den Aufbau eines reichhaltigen und vielfältigen Katalogs zu geben. Seitdem sind rund 20 neue Aufnahmen mit Vokalmusik von Bach, Beethoven, Brahms, Dvorak, Gesualdo, Haydn oder Victoria erschienen. Zu den jüngsten Aufnahmen gehören Johann Sebastian Bachs „Johannespassion“ (LPH 031) und Anton Bruckners großartiges „Te Deum“ und „Zweite Messe“ (LPH34). Zuletzt hat das Ensemble Franz Lizsts „Via crucis“ mit Reinbert de Leeuw auf dem ά-Label aufgenommen (ALPHA 390).

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