Anetta Kahane

 

Anetta Kahane ist Vorsitzende des Vorstands der Amadeu Antonio Stiftung. Sie ist aufgewachsen in Ost-Berlin und arbeitete als Lateinamerikawissenschaftlerin in der DDR. Als erste und einzige Ausländerbeauftragte des Magistrats von Ost-Berlin warnte sie eindrücklich vor den Gefahren des Rechtsextremismus. 1991 gründete sie die RAA e.V. für die neuen Bundesländer (Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie) und baute 22 Außenstellen des Trägers auf. Als Geschäftsführerin engagierte sie sich hier u.a. für Demokratisierungsprozesse an Schulen und interkulturelle Pädagogik. 1991 erhielt sie zusammen mit anderen Persönlichkeiten wie Joachim Gauck die Theodor Heuss Medaille stellvertretend für die friedliche Revolution und Selbstbefreiung der ehemaligen DDR. 1998 gründete Kahane die Amadeu Antonio Stiftung, deren Kuratoriumsvorsitzende sie war. Seit 2003 ist sie hauptamtliche Vorsitzende der Stiftung. Die Stiftung trug mit Förderung, Beratung und Vernetzung zum bundesweiten Aufbau einer Zivilgesellschaft bei, die sich durch die Stärkung einer demokratischen Kultur gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzt. Seit Gründung der Stiftung hat sie mehr als 1300 Initiativen und Projekte gefördert. Anetta Kahane ist Mitglied im Kuratorium der Theodor Heuss Stiftung. Im Sommer 2002 wurde Kahane mit dem Moses-Mendelssohn-Preis des Landes Berlin für ihre Bemühungen um interkulturelle Verständigung und Erziehung, um die Eindämmung von rechtsextremistischer Gewalt und um die Bekämpfung von Rassismus, Jugendgewalt und Intoleranz ausgezeichnet. Für die Amadeu Antonio Stiftung nahm sie 2015 die erstmals verliehene Joseph-Ben-Issachar-Süßkind-Oppenheimer-Auszeichnung des baden-württembergischen Landtags und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg für herausragendes Engagement gegen Minderheitenfeindlichkeit und Vorurteile in Wissenschaft und Publizistik entgegen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter verlieh 2016 den Verdienstorden Bul le Mérite für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus an die Stiftung.

Stand: März 2019

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