Richard Reed Parry

Als Kopf der Art-Rock-Band Arcade Fire spielt der Multi-Instrumentalist Richard Reed Perry in riesigen Konzerthallen und verkauft Millionen Alben weltweit. Aber das ist nur ein Aspekt dieses Künstlers, dessen unkonventionelle Entwicklung Arbeiten hervorbrachte, die ebenso vielfältig wie überraschend und einzigartig sind. Parry wurde 1977 in Toronto geboren und wuchs in einer Community auf, in der Folk-Musik der britischen Inseln und mittelalterliche Studien mündlich überliefert wurden. 1988 machte er sich auf nach Montréal, wo er Elektroakustik und zeitgenössischen Tanz studierte und in die musikalische und künstlerische Underground-Szene eintauchte. 1999 gründete er mit Sarah Neufeld das zeitgenössische Instrumentalensemble Bell Orchestre und The New International Standards mit Tim Kingsbury und Jeremy Gara. Er begann, mit Win und Will Butler und Regine Chassagne zusammenzuarbeiten, und als die erste Besetzung von Arcade Fire ein Ende fand, erfanden er und seine Bandkolleg*innen die Band in der heute noch aktuellen Inkarnation neu. Im Jahr 2004 begab sich Richard Reed Parry auf eine zweimonatige Tour mit Arcade Fire – jedoch erst ein Jahr später sollte er nach Hause zurückkehren. Er tourte unzählige Male um die Welt und arbeitete mit Künstler*innen wie David Bowie, David Byrne, Neil Young, Debbie Harry, Mavis Staple, Beck und U2 zusammen. Im Sommer 2014 erschien Parrys Album „Music for Heart and Breath“, eine Sammlung moderner neo-klassischer Stücke, in denen jede Note synchron zu Puls oder Atemfrequenz der Performer gespielt wird. Dabei generieren alle Musiker*innen ihre eigenen Tempi, indem sie während des Spiels mit einem Stethoskop ihrem Puls lauschen. Parrys philosophischer Glaubenssatz verwandelte diese Stücke aus Träumen zu Realität: Er ist überzeugt, dass Musik und Natur – in diesem Fall der menschliche Körper – explizit miteinander verbunden sein können, vielmehr: verbunden sind. In der hypnotischen, eine Stunde langen Komposition für Streichorchester und Perkussion mit dem Titel „Wave Movements“ setzte Parry 2015 seine Arbeit an Musik, die mit der Natur verflochten ist, fort. Dieses Stück, das Inspiration und Basis in Mustern von Meereswellen fand, wurde bereits am Met Art Museum in New York City aufgeführt, im Londoner Barbican, beim Edinburgh Festival und im Cork Opera House. Das immersive Live-Konzert „The Quiet River of Dust“, das auf Parrys gleichnamigen Solo-Album basiert, feierte im November 2018 in der Montréaler Satosphere Premiere.

Stand: Mai 2019

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