Gioacchino Rossini

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Gioachino Rossini

Den Namen Gioachino Rossinis (1792 – 1868) verbinden wir zu allererst mit der komischen Oper „Der Barbier von Sevilla“, die in den Opernhäusern in aller Welt zum unverzichtbaren Kernrepertoire gehört. So berechtigt der Ruhm dieses Werkes auch ist, verdeckt er aber auch all zu leicht den Blick auf ein ungemein reichhaltiges Schaffen, das auf die Oper konzentriert, aber doch keineswegs auf sie beschränkt war.

Rossini wurde im Jahr der Französischen Revolution in Pesaro an der italienischen Adriaküste geboren. Die politisch unruhigen Zeiten, die in Italien im Gefolge der Revolution anbrachen und vielfache Feldzüge, Eroberungen und Herrschaftswechsel mit sich brachten, beeinflussten das italienische Musikleben ebenso wie Rossinis Laufbahn als Opernkomponist immer wieder stark. Als Sohn eines Hornisten und einer Sängerin stammt er aus einer Musikerfamilie. Professionelle musikalische Unterweisung war eine Selbstverständlichkeit und konnte dem Heranwachsenden um so besser vermittelt werden, als die Familie seit 1804 in Bologna lebte, einem der musikalischen Zentren Italiens. Zunächst war an eine Laufbahn als Sänger gedacht, aber immer deutlicher schälte sich das Talent zum Komponieren als eigentliche Begabung Rossinis heraus. Seine erste Oper brachte er so bereits im Herbst 1810 in einem kleineren Theater in Venedig auf die Bühne. Von da an erfolgte ein ungeachtet mancherlei Hindernisse kometenhafter Aufstieg, der den jungen Komponisten in wenigen Jahren an die wichtigsten Opernhäuser Italiens brachte. Vom Musiktheater konkurrierender Zeitgenossen unterschieden sich Rossinis Opern zum einen durch die Plastizität der jeweiligen Handlung, die in den komischen Werken auch das Groteske nicht scheute. Zum anderen schuf Rossini eine Musik, die sich von der Unterordnung unter die Bühnenhandlung emanzipierte und in ihrer Reichhaltigkeit und Lebendigkeit, gerade auch im Orchestersatz, und durch die Originalität der formalen Gestaltung ungeahntes Eigengewicht erlangte und die Zuhörer fesselte.

Im Jahr 1816 hatte Rossini mit Stücken wie dem „Barbier von Sevilla“ oder der „Italienerin in Algier“ nicht nur Klassiker der komischen Oper geschrieben. Mit dem im selben Jahr uraufgeführten „Otelo“, einer damals ungewöhnlichen Stoffwahl im Zeichen der frühromantischen Wiederentdeckung Shakespeares, war ihm zudem auch ein tragisches Meisterwerk gelungen. In den folgenden Jahren richtete sich sein künstlerisches Interesse dann immer mehr auf ernste, dramatische Stoffe. Gleichzeitig griff seine Laufbahn über Italien hinaus und spielte sich in den europäischen Metropolen ab. Mit dem für die Pariser Opéra geschriebenen, 1829 uraufgeführten „Guillaume Tell“ gelang Rossini einer der größten Erfolge des 19. Jahrhunderts. Dennoch sollte das Stück Rossinis letzte Oper bleiben. Zermürbt von den aufreibenden Intrigen des Opernbetriebs und dem ständig auf ihm lastenden Druck, zudem auch gesundheitlich angegriffen zog sich der Komponist ins Privatleben zurück. Von nun an komponierte er zu seinem Vergnügen, vor allem hoch originelle Klavierstücke und zwei große geistliche Werke. Rossini starb 1868.

Stand: Juni 2019

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