Beatriz Ferreyra

Beatriz Ferreyra wurde 1937 in Córdoba (Argentinien) geboren. Von 1950 bis 1956 studierte sie Klavier bei Celia Bronstein in Buenos Aires. Anfang der 60er Jahre ging sie nach Paris und nahm dort Unterricht in Harmonielehre und musikalische Analyse bei Nadia Boulanger (1962), studierte elektroakustische Musik bei Edgardo Cantón (bei der Groupe de Recherches Musicales in Frankreich und beim italienischen Rundfunk (RAI) 1963) sowie Komposition bei Earl Brown und György Ligeti in Darmstadt 1967.

Sie arbeitete in der Forschungsabteilung des französischen Rundfunks (O.R.T.F) und war von 1963 bis 1970 Mitglied der Groupe de Recherches Musicales unter der Leitung von Pierre Schaeffer, zu dessen 1966 erschienen Buch „Traité des Objets Musicaux“ sie ebenso beitrug wie zu Henri Chiaruccis und Guy Reibels Forschungsarbeit über die „Relation between pitch and fundamental basis of a musical sound“, deren Ergebnisse im März 1966 im International Journal of Audiology veröffentlicht wurden. Außerdem wirkte sie an der Produktion der Schallplatten zum „Solfège de l’objet sonore“ von Pierre Schaeffer (1967) mit. Im Rahmen der Ausbildungsprojekte des G.R.M. übernahm sie auch pädagogische Aufgaben, hielt Vorträge am Pariser Konservatorium und war verantwortlich für die Seminare der Forschungsabteilung.

Seit 1970 arbeitet Beatrix Ferreyra als freie Komponistin. 1970 arbeitete mit Bernard Baschet an seinen „Structures Sonores“, 1975 wurde sie Mitglied des Collège des Compositeurs der Groupe de Musique Expérimentale de Bourges (G.M.E.B.). 1976 und 1998 war sie am Electronic Music Department des Dartmouth College tätig, in einer Zeit, in der sie sich mit der Realisierung von Stücken auf der Basis der Musco Therapie befasste (1973 – 1977).

Für das Centre d’études et de recherches Pierre Schaeffer entwickelte sie die experimentelle Konzertreihe „Les rendez-vous de la musique concrète“ (1998 – 1999) und trat auf vielen internationalen Festivals, elektroakustischen Konferenzen und Musikseminaren auf. Als unabhängige Komponistin erhielt sie Aufträge von Regierungen und Musikverbänden (GRM, IMEB, ACIC usw.) und ist im In- und Ausland bei Festivals und Konzerten mit ihren Kompositionen präsent. Beatriz Ferreyra hat auch auf dem Gebiet der Musiktherapie gearbeitet und war von zahlreichen internationalen Wettbewerben im Bereich experimenteller Musik als Jurorin gefragt.

2014 wurde sie zum Ehrenmitglied der International Confederation of Electroacoustic Music – Cime/ICEM ernannt.

Stand: Januar 2020

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