Anja Petersen

Die Sopranistin Anja Petersen absolvierte zunächst ein Violin- und Schulmusikstudium in Stuttgart, bevor sie sich ganz dem Gesang zuwandte und ihre Ausbildung mit Konzertexamen und Bestnote abschloss. Während ihrer Studienzeit war sie Mitglied der Neuen Vocalsolisten Stuttgart, mit denen sie in zahlreichen Konzerten international zu hören war.

Von 2002 bis 2007 war Anja Petersen (damals unter dem Namen Metzger) Ensemblemitglied des Oldenburgischen Staatstheaters, wo sie viele Rollen des lyrischen Koloraturfaches gestaltete, darunter Gilda in Giuseppe Verdis „Rigoletto“, Zerbinetta in Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“, Susanna in Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“, Adina in Gaetano Donizettis „L’elisir d’amore“ und Olympia in Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“. 2005 wurde ihr der Erna-Schlüter-Preis für „außergewöhnliche sängerische Leistungen in jungen Jahren“ verliehen.

Seit 2007 war Anja Petersen als Solistin in einigen Produktionen des WDR- Rundfunkorchesters zu hören, als Blonde Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ gastierte sie am Staatstheater Wiesbaden, dem Theater Bremen und der Semperoper Dresden, beim New European Festival als Königin der Nacht in Mozarts „Zauberflöte“ und an der Staatsoper Stuttgart als Polyneikes in der Uraufführung von Younghi Paagh-Paans Kammeroper „Mondschatten“.

Als Konzertsängerin arbeitete sie regelmäßig mit der Kammersinfonie Bremen am Bremer Dom und trat in Deutschland, den Niederlanden, in Frankreich und Italien auf. In der Spielzeit 2007/08 gehörte sie dem Ensemble des Theaters Augsburg an und war dort als Despina Mozarts „Cosi fan tutte“), Blonde in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ und Oscar in Verdis „Ein Maskenball“ zu erleben.

Seit 2010 ist Anja Petersen festes Mitglied des RIAS Kammerchores und als vielbeschäftigte Solistin mit einem vom Barock bis zur Moderne reichenden Repertoire vor allem im Konzert- und Oratorienbereich tätig. 2014, 2015 und 2020 hatte sie Lehraufträge an der Universität der Künste Berlin inne. Zusammen mit Nicolas Hodges war sie beim Ultraschall Festival Berlin 2012 mit der Uraufführung neu entdeckter Lieder von Jaques Barraqué betraut. Im Juni 2014 trat sie im Rahmen des Leipziger Bachfestes als erste Israelitin in Carl Philipp Emmanuel Bachs Oratorium „Die Israeliten in der Wüste“ auf; der Mitschnitt dieses Konzerts ist als Sony-CD erschienen.

Im Oktober 2014 sprang Anja Petersen sehr kurzfristig in die Uraufführung von Arnulf Herrmanns „Drei Gesänge am offenen Fenster“ mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ein, eine Leistung, für die sie von der Kritik international gefeiert wurde. 2016 war sie Lady Macbeth in der Uraufführung von Frank Schwemmers Oper „Macbeth“ in Berlin. Im Juni 2017 erfolgte eine weitere Zusammenarbeit mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, und Ende desselben Jahres sang sie mit großem Erfolg die weibliche Hauptrolle in Arnulf Herrmanns Oper „Der Mieter“ an der Oper Frankfurt. 2020, im Rahmen des Musikfest Berlin, wird sie bei der Uraufführung von Arnulf Herrmanns großem Orchesterwerk „Tour de Trance“ zu hören sein.

www.arnulfherrmann.de

Stand: Mai 2020

Anja Petersen

@ Carolina Hirthe