Llorenç Barber

Llorenç Barber ist Musiker, Komponist, Autor, Forscher, Performer und Pionier in der Konzeption von Klangkunst in Europa. Als Musiker mit akademischem Hintergrund arbeitet Barber seit jeher als freier Komponist, Klangkünstler und Initiator von Festivals. Seine Arbeit ist inspiriert von Cage, Fluxus, Zaj und Minimal und nimmt die Form von freien Improvisationen, Lautpoesie, und Interventionen im öffentlichen Raum an. Er ist (Mit-)begründer von Gruppen sowie Initiator von Veranstaltungen und unterstützt Konzertreihen und Projekte, die primär außerhalb des Establishments Realisierung finden. Zu seinen internationalen Klangaktionen gehört ein im Jahre 1981 konzipierter tragbarer Glockenturm, mit dem er bereits auf Höfen, in Sälen, Klassenzimmern oder in nachgebildeten Seeschlachten spielte.

In über 40 Jahren seines Schaffens entwickelte Barber einzigartige Spiel- und Präsentationsformen für Glocken als Klangkörper, so auch für die erstmals 1987/88 aufgeführten STADTKONZERTE, in denen überwiegend Glocken, doch auch Musikkapellen, Blaskapellen, Sirenen sowie Feuerwerkskörper ganze Städte erklingen lassen. Unter Einbeziehung der unterschiedlichen Resonanzen von Städten und Landschaften schafft Llorenç Barber Klanginterventionen und Raum-Zeit-Kompositionen von großer Tragweite. Nach seinem Konzept der Plurifokalität begreift er “Städte als Orchester”, indem mittels Klangkunst im öffentlichen Raum Zwischenräume von kulturellen Gemeinschaften zugänglich werden. Für seine „Außergewöhnlichkeit und Schönheit“ erhielt 2017 sein Werk SOUND RITES für Glocken, Röhrenglocken, prozessionsartigen Kinderchor und fünf Muazzin Naschids den Guinness Award. Im selben Jahr erhielt er zusammen mit Carles Santos den ersten Bankia Award for Musical Talent of the Valencian Community. Im Jahr 2018 schloss er seine Promotion in den Freien Künsten mit cum laude ab. Seit 2005 ist er Akademischer Korrespondent der Katalanischen Akademie S. Jordi und seit 2011 Professor für Sound Art an der Universität Barcelona.

Gemeinsam mit Montserrat Palacios hat Barber als Autor und Herausgeber zahlreiche Artikel und Bücher veröffentlicht, die die offizielle Darstellung der spanischen Musik und nachfolgenden Strömungen in der Klangkunst seit ihrem Bruch mit der Musik in den 70er/80er Jahren bis heute auf den Kopf stellen.

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