Charles Mingus

Der Kontrabassist Charles (Charlie) Mingus (1922 –1979) gehört zu den Großen des amerikanischen Jazz und ist einer der wichtigsten Vertreter des Modern Jazz. In seinen vielfältige Einflüsse und Stile des Jazz aufnehmenden Kompositionen gelang es Mingus, weiträumige Entwicklungen und Abläufe zu strukturieren und im Blick zu behalten, ohne die improvisatorische Spontaneität der Musizierenden einzuschränken. Zudem war Mingus ein bedeutender Exponent des von dem Komponisten Gunther Schuller ausgerufenen „Third Stream“, einer Verbindung von Jazz und Neuer Musik in den USA.

Mingus stammte aus Arizona und wuchs in Los Angeles auf. Seine musikalische Ausbildung verlief zweigleisig und umfasste neben dem Unterricht bei einem Jazzbassisten auch die europäische Kunstmusik. Mit Anfang 20 erhielt Mingus erste Engagements, unter anderem in der Band von Louis Armstrong, und wurde 1946 Mitglied in der Big Band von Lionel Hampton. Im Laufe der nächsten Jahre spielte Mingus in Formationen vom Trio bis zur Big Band mit so gut wie allen Musikern zusammen, die in der amerikanischen Jazzszene Rang und Namen hatten, darunter Charlie Parker, Dizzy Gillespie, Miles Davis, Duke Ellington und Stan Getz, und definierte mit seinem Spiel die Position des Kontrabasses im Jazz neu. Künstlerisch besonders fruchtbar war das Jahrzehnt ab etwa 1956, in dem Mingus häufig mit eigenen Ensembles auftrat, meist in Quintett- oder Sextett-Besetzung, und zahlreiche Schallplatten aufnahm, auch für von ihm selbst gegründete Labels. Gleichzeitig profilierte sich Mingus als politscher Musiker, der sich etwa vehement gegen den grassierenden Rassismus in den USA einsetzte. Nach einer finanziellen und gesundheitlichen Krise Mitte der 1960er-Jahre wurde es still um ihn, ab etwa 1970 trat er wieder gelegentlich auf.

Stand: Juni 2022

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