Gerald Barry

Der irische Komponist Gerald Barry (*1952) lässt sich nur schlecht in eine der größeren Strömungen der Musik unserer Zeit einordnen. Noch am ehesten erinnern seine Stücke an Strawinsky, allerdings gepaart mit einer besonderen Beharrlichkeit, teils auch Wildheit, und einer gehörigen Portion von spielerischem, zur Groteske neigendem Witz. Die Schärfe und Deutlichkeit, mit der Barry musikalische Charaktere zeichnet und Entwicklungen gestaltet, eröffnen einen direkten Zugang zu seinen Werken.

Barry stammt aus der ländlichen irischen Grafschaft Clare und studierte zunächst in Dublin, danach unter anderem in Köln bei Karlheinz Stockhausen und Mauricio Kagel, der wohl den stärksten Einfluss auf ihn ausübte. Zurück in Irland machte er in den 1980er-Jahren zunehmend auf sich aufmerksam. 1988 wurde bei den Londoner Proms Barrys von der BBC in Auftrag gegebene Orchesterwerk „Chevaux-de-frise“ aufgeführt, dem international weitere Aufträge und Einladungen großer Orchester folgten.

Ein wichtiger Zweig in Barrys Schaffen sind Bühnenwerke. An seine erste Oper „The Intelligence Park“ aus dem Jahr 1990 schlossen sich bisher fünf weitere Gattungsbeiträge an, die auch außerhalb Großbritanniens starke Beachtung gefunden haben, unter anderem „The bitter Tears of Petra von Kant“ nach dem Film von Rainer Werner Fassbinder, „The Importance of Being Earnest“ nach Oscar Wilde und zuletzt 2015 eine Vertonung des Alice-im-Wunderland-Stoffes. In den letzten Jahren sind zudem große symphonische Vokalwerke und Solokonzerte entstanden.

Stand: Juni 2022

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