Peter Rundel

© Henrik Jordan

Peter Rundel

 

Die tiefe Durchdringung komplexer Partituren der unterschiedlichsten Stilrichtungen und Epochen bis hin zur zeitgenössischen Musik sowie seine dramaturgische Kreativität machen Peter Rundel zu einem gefragten Partner führender europäischer Orchester. Regelmäßig gastiert er beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem DSO Berlin und den Rundfunkorchestern des WDR, NDR, des Saarländischen Rundfunks und des SWR.

Internationale Gastengagements führten ihn zuletzt unter anderem zum Orchestre Philharmonique de Radio France, Orchestre National de Lille, Orchestre Philharmonique de Luxembourg, Brussels Philharmonic, Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, Orchestra del Teatro dell’Opera Roma, zu den Wiener Symphonikern und zum hr Sinfonieorchester Frankfurt. Die Zusammenarbeit mit Ensembles zeitgenössischer Musik wie Klangforum Wien, Ensemble Musifabrik, Collegium Novum Zürich, Ensemble intercontemporain Paris oder dem Asko|Schönberg Ensemble ist ebenfalls ein fester Bestandteil seiner Dirigententätigkeit.

Peter Rundel ist auch als Operndirigent sehr gefragt. Er leitete Opernaufführungen an der Deutschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper, bei den Wiener Festwochen, am Gran Teatre del Liceu, den Bregenzer Festspielen und den Schwetzinger SWR Festspielen. Seine Operntätigkeit umfasst sowohl das traditionelles Repertoire als auch bahnbrechende Produktionen zeitgenössischen Musiktheaters wie Stockhausens „Donnerstag aus LICHT“, „Massacre“ von Wolfgang Mitterer und die Uraufführungen von Georg Friedrich Haas’ „Nacht“ und „Bluthaus“ u.v.a.m. Die von ihm dirigierte spektakuläre „Prometheus“-Inszenierung bei der Ruhrtriennale wurde 2013 mit dem Carl-Orff-Preis gewürdigt. Außerdem tourte er mit Heiner Goebbels’ 2014 für die Ruhrtriennale entstandenen Inszenierung von Louis Andriessens „De Materie“ an die Amory Hall in New York (2016) und an das Teatro Argentino La Plata (2017). Mit der Uraufführung von Hector Parras’ „Les Bienveillantes“ in der Regie von Calixto Bieito ist er 2019 erstmals an der Opera Vlaanderen zu Gast.

Geboren in Friedrichshafen studierte Peter Rundel Violine bei Igor Ozim und Ramy Shevelov sowie Dirigieren bei Michael Gielen und Peter Eötvös. 1984 bis 1996 war er als Geiger Mitglied des Ensemble Modern, mit dem er auch als Dirigent auf eine langjährige Zusammenarbeit zurückblickt. Nach Tätigkeiten als musikalischer Leiter des Königlich-Philharmonischen Orchesters von Flandern sowie der damals neu gegründeten Kammerakademie Potsdam übernahm Peter Rundel im Januar 2005 die Leitung des Remix Ensemble Casa da Música in Porto. Inzwischen feiert dieses Ensemble für Neue Musik Erfolge bei wichtigen Festivals in ganz Europa.

Mit großem Engagement widmet sich Peter Rundel zudem der Ausbildung und Förderung des musikalischen Nachwuchses. In Porto gründete er die Remix Academy für Ensemblemusiker und Dirigenten. Neben einer eigenen Dirigierwerkstatt, die er in Bayern leitete, unterrichtet er regelmäßig im Rahmen internationaler Ensembleakademien unter anderem mit der London Sinfonietta, dem Ulysseus Ensemble bei der Manifeste Academy in Paris, am Teatro alla Scala Mailand und der Lucerne Festival Academy.

Für seine Aufnahmen mit Musik des 20. Jahrhunderts erhielt Peter Rundel zahlreiche Preise, darunter mehrmals den Preis der deutschen Schallplattenkritik (Nono, „Prometeo“; Kyburz, Ensemble- und Orchesterwerke; Reich, „City Life“; Furrer, Klavierkonzert) sowie den Grand Prix du Disque (Barraqué, Gesamtwerk), eine Grammy-Nominierung (Heiner Goebbels, „Surrogate Cities“) und einen Echo Klassik (Sprechgesänge mit dem Ensemble Musikfabrik).

Stand: Februar 2019

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