Kent Nagano

© Benjamin Ealovega

Kent Nagano

Der amerikanische Dirigent Kent Nagano ist im klassisch-romantischen Repertoire ebenso zu Hause wie in der Musik unserer Zeit. Mit großem Nachdruck und Entdeckerfreude setzt er sich auch für unbekannte Werke ein und versteht es, Musiker und Publikum für sie zu gewinnen. Dem Berliner Publikum ist Kent Nagano aus seiner Zeit als Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters von 2000 bis 2006 in bester Erinnerung. Nach seinem Abschied vom DSO hat ihn das Orchester wegen seiner besonderen Verdienste zu seinem Ehrendirigenten ernannt.Kent Nagano wurde 1951 im kalifornischen Berkeley geboren und sammelte wichtige professionelle Erfahrungen als Assistent Seji Ozawas beim Boston Symphony Orchestra. In seiner Dirigentenlaufbahn war Olivier Messiaens Oper Saint François d’Assise von besonderer Bedeutung, denn Messiaen persönlich empfahl, dem jungen Musiker eine Schlüsselrolle bei der Vorbereitung der Uraufführung des in jeder Hinsicht anspruchsvollen Werkes anzuvertrauen. Als Zeichen seiner Verbundenheit vermachte Messiaen Nagano später auch seinen Flügel. Nach der erfolgreichen Uraufführung der Oper setzte sich die Karriere des Dirigenten in Europa fort. Er wurde als Musikdirektor an die Opéra National de Lyon (1988-1998) und kurz darauf zusätzlich auch zum Hallé Orchestra (1991-2000) berufen. Seit dem Jahr 2006 ist Kent Nagano Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper sowie Music Director des Orchestre symphonique de Montréal. Weiterhin wurde Kent Nagano 2003 zum ersten Music Director der Oper von Los Angeles berufen, nachdem er dort schon zwei Jahre lang die Position des Chefdirigenten innehatte.

An der Bayerischen Staatsoper hat Nagano in kurzer Zeit kräftige Akzente gesetzt. Uraufführungen von Opern von Wolfgang Rihm (Das Gehege, an einem Abend mit Salome von Richard Strauss) und Unsuk Chin (Alice in Wonderland) standen neben Neuproduktionen weniger gespielter Opern wie Brittens Billy Budd oder Mussorgskys Chowanschtschina. Daneben dirigierte Kent Nagano in München das Kernrepertoire von Mozart bis Strauss sowie zahlreiche Akademie- und Sonderkonzerte. Im Zentrum der aktuellen Spielzeit steht ein Mammutprojekt: Die Erarbeitung einer Neuinszenierung des gesamten Ring des Nibelungen in einer Spielzeit.

Als international gesuchter Künstler gibt Kent Nagano Konzerte mit den besten Orchestern der Welt. So leitet er unter anderem regelmäßig die Berliner und Wiener Philharmoniker, das New York Philharmonic, das Chicago Symphony Orchestra, die Dresdner Staatskapelle und das Mahler Chamber Orchestra. Dabei hat er bedeutende Werke zur Uraufführung gebracht und zum Teil auch aufgenommen. Hierzu zählen unter anderem Kaaija Saariahos Oper L’amour de Loin, Leonard Bernsteins A White House Cantata, die Tschechow-Oper Three Sisters von Peter Eötvös und The Death of Klinghoffer und El Nino von John Adams.

In einer inzwischen über zwanzigjährigen Aufnahmetätigkeit hat Kent Nagano eine imponierende Vielzahl von Tonträgern eingespielt, von denen viele international hochkarätige Auszeichnungen erhalten haben. Im Augenblick gilt ein umfangreiches Aufnahmeprojekt des Dirigenten den Orchesterwerken Beethovens, die er mit seinem Montrealer Orchester einspielt.

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