Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam

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Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam

 

Das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam gilt als eines der besten Orchester der Welt. Immer wieder sein einzigartiger Klang hervorgehoben. Die Streicher des RCO wird als „samtig“ beschrieben, der Klang seiner Blechbläser als „golden“ und das Timbre der Holzbläser als „ausgesprochen individuell“ und die Schlagzeug-Sektion ist international hoch angesehen. Auch wenn dafür die außergewöhnliche Akustik des Concertgebouw, entworfen von dem Architekten A.L. van Gendt, eine bedeutsame Rolle spielt, klingt kein anderes Orchester so wie das RCO im großen Saal dieses Konzerthauses.

Ebenso wichtig ist der Einfluss, den die Chefdirigenten auf das Orchester ausgeübt haben, von denen es seit der Gründung des Orchesters 1888 erst sieben gegeben hat. Das RCO Amsterdam besteht aus 125 Musiker*innen, die aus über 25 Ländern kommen. Trotz dieser Größe funktioniert das Orchester eher wie ein Kammerorchester in Bezug auf die Sensitivität, mit der seine Mitglieder aufeinander hören und sich in ihrem Spiel aufeinander beziehen. Das erfordert sowohl starke Persönlichkeiten als auch gegenseitiges Vertrauen und Zuversicht. Die Bühnenatmosphäre, die Verwurzelung des Orchesters in Amsterdam und die Organisationsstruktur (im RCO Board sind auch Mitglieder des Orchesters), all das zusammen schafft genau die richtigen Bedingungen um so außergewöhnlich Musik machen zu können. Die einzelnen Musiker*rinnen können brillieren und gleichzeitig Verantwortung für das Kollektiv übernehmen. Sie verfolgen gemeinsam das Ziel in jeder Aufführung höchste Qualität zu erreichen und auch darzubieten, ein ehrgeiziges Ziel, das weit über das perfekte Spielen von Noten hinausgeht.

Die sieben Chefdirigenten
Seit September 2016 bis 2. August 2018 war Daniele Gatti Chefdirigent des RCO. Vor ihm hatten Willem Kes (Chefdirigent von 1888 bis 1895), Willem Mengelberg (1895–1945), Eduard van Beinum (1945–1959), Bernard Haitink (1961–1988), Riccardo Chailly (1988–2004) und Mariss Jansons (2004–2015) diese Position inne.
Willem Mengelberg legte das Fundament für die Mahler-Tradition des Orchesters. Eduard von Beinum führte die Symphonien Anton Bruckners und auch französische Musik ein. Bernard Haitink verfeinerte den Orchesterklang und erweiterte das Repertoire. Seine Aufnahmen sowie die Weihnachts-Matinee-Konzerte, die in vielen europäischen Ländern via Fernsehen übertragen wurden, verhalfen ihm zu großem Erfolg. Haitink wurde 1999 zum Ehrendirigenten ernannt. Riccardo Chailly setzte dann entscheidende Impulse für die Aufnahme zeitgenössischer Musik und Oper in das Programm des RCO. Unter der Leitung von Mariss Jansons setzte das Orchester Akzente auf wichtige Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Dmitri Schostakowitsch und Oliver Messiaen, denen große thematisch ausgerichtete Projekte gewidmet worden sind. Daniele Gatti wird die symphonische Tradition des Orchesters bereichern durch französisches Repertoire, durch Musik der Zweiten Wiener Schule und durch die Aufführung zeitgenössischer Werke.

Repertoire
Die Programmgestaltung des RCO ruht auf zwei Pfeilern: Tradition und Erneuerung. Für seine Aufführungen von Werken Richard Strauss’, Gustav Mahlers und Anton Bruckners wird das Orchester seit langem hoch gelobt. Es unterhält auch etablierte Konzert-Traditionen wie die Passions- und Weihnachts-Matineen. Dazu kommt die innovative Horizon-Serie, die Auftragswerke und Musik des 20. Jahrhunderts im Kontext unterschiedlicher und wechselnder Thematiken präsentiert.

Partnerschaft mit Komponisten
Während Willem Mengelbergs 50-jähriger Amtszeit haben führende Komponisten mehr als einmal das Orchester dirigiert. Über die Jahre hinweg hat es diese Zusammenarbeit mit Komponisten wie George Benjamin, Oliver Knussen, Tan Dun und Thomas Adès fortgesetzt. Sie traten somit in den letzten Jahren in die Fußstapfen anderer dirigierender Komponisten wie Richard Strauss, Gustav Mahler, Claude Debussy, Igor Strawinsky, Bruno Maderne, Witold Lutosławski, Otto Ketting, Luciano Berio, Pierre Boulez, Hans Werner Henze und John Adams. Darüber hinaus trägt das RCO durch die Vergabe von Auftragswerken aktiv zur Schaffung eines neuen Repertoires bei.

Fakten und Zahlen
Das Concertgebouw Orchestra wurde 1888 gegründet. Zum hundertjährigen Jubiläum wurde dem Orchester der Titel „Königlich“ verliehen. Zusätzlich zu den etwa 80 Konzerten im Concertgebouw in Amsterdam gibt das RCO 40 Konzerte in den führenden Konzerthallen auf der ganzen Welt und nimmt an Residenzen in Brüssel (BOZAR) und in der Alten Oper in Frankfurt teil. Das Orchester erreicht über 250.000 Konzertbesucher pro Jahr. Auf Grund von regelmäßigen Radio- und Fernsehübertragungen und der Mitwirkung seiner Medienpartner, dem niederländischen Rundfunknetz AVROTROS und in jüngster Zeit Mezzo TV und Unitel Classica, konnte es seine Reichweite ausdehnen. Das RCO wird außerdem von einer stetig ansteigenden Zahl an globalen Freunden aus allen Ländern der Welt unterstützt.

Das Orchester veröffentlichte mehr als 1.100 LPs, CDs und DVDs, viele von diesen gewannen internationale Auszeichnungen. Seit 2004 betreibt das Orchester auch ein hauseignes Label, RCO Live. Das RCO trägt auch auf verschiedene Weise zur Förderung junger Talente bei. Seine Mitglieder geben regelmäßig Meisterklassen sowohl in den Niederlanden und auch außerhalb. Seit 2003 fördert die RCO Akademie erfolgreich talentierte junge Orchestermusiker*innen.

2013, anlässlich seines 125sten Geburtstages unternahm das Orchester eine Welttournee und besuchte in diesem einen Jahr allein sechs Kontinente. Zwischen 2016 und 2018 wird es alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union besuchen: „RCO meets Europe“. In jedem Land der EU wird das RCO mindestens ein Werk zusammen mit einem lokalen Jugendorchester („Side by Side“) aufführen.

www.concertgebouworkest.nl 

Stand: Juni 2017

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