BBC Symphony Orchestra

 

Seit seiner Gründung im Jahr 1930 spielt das BBC Symphony Orchestra eine zentrale Rolle im britischen Musikleben. Als wichtigster unter den sechs Klangkörper der BBC ist es das musikalische Aushängeschild des Senders, der die Konzerte des Orchesters im Radio und etliche auch im Fernsehen überträgt. Mit jährlich mindestens 12 Konzerten bildet das Orchester das Rückgrat der berühmten Londoner Sommerkonzerte, der Proms, und bestreitet dabei traditionell sowohl das Eröffnungs- wie das Abschlusskonzert, die in alle Welt übertragene „Last Night of the Proms“. In den letzten Jahren haben seine Konzertreisen das BBC Symphony Orchestra unter anderem nach Japan, Südkorea, China, Taiwan und Deutschland geführt, wo es 2009 auch beim Musikfest Berlin auftrat.

Neben der Pflege des traditionellen Repertoires hat sich das Orchester in einem weit über das Gewöhnliche hinausgehenden Maß der Pflege zeitgenössischer Werke und der Musik des 20. Jahrhunderts verschrieben. Seit seinem Bestehen hat es über 1000 Werke zur Uraufführung oder zur britischen Erstaufführung gebracht. Schon Arnold Schönberg und Anton Webern haben mehrfach als Dirigent eigener Kompositionen vor dem BBC Symphony Orchestra gestanden und auch Werke von Dimitri Schostakowitsch und Sergej Rachmaninow sind erstmals von diesem Orchester dem englischen Publikum vorgestellt worden. Mit Komponisten wie Luciano Berio, György Ligeti, Elliott Carter, Pierre Boulez, Hans Werner Henze und Kaija Saariaho lässt sich diese Linie bis in unsere Tage weiterführen. Um die Neue Musik hat sich das BBC Symphony Orchestra auch durch die kontinuierliche Vergabe von Kompositionsaufträgen verdient gemacht.

Das BBC Symphony Orchestra arbeitet eng mit dem Barbican Centre, dem größten Kulturzentrum Londons, zusammen und veranstaltet dort eine eigene Konzertreihe. Ein ambitioniertes Projekt am Barbican Centre sind die „Total Immersion Days“, an denen jeweils über einen Tag hinweg das Schaffen eines zeitgenössischen Komponisten intensiv beleuchtet wird. In dieser Saison sind die Immersion Days Jonathan Harvey, Brett Dean und Arvo Pärt gewidmet. Ein besonderer programmatischer Schwerpunkt des Orchesters in dieser Saison bildet das symphonische Schaffen von Jean Sibelius.

Das BBC Symphony Orchester hat in seiner Geschichte begehrte Künstler als Chefdirigenten an sich binden können, zu denen unter anderem der Gründungsdirigent Sir Adrian Boult, der dem BBC Symphony Orchestra 20 Jahre lang vorstand, Colin Davis und Pierre Boulez gehören. Seit dem Jahr 2006 war Jiří Bělohlávek Chefdirigent des Orchesters, die Position des Prinzipal Guest Conductors hat David Robertson inne. Fest mit dem Orchester ist zudem sein langjähriger Chefdirigent (1989–2000) und nunmehriger Ehrendirigent Sir Andrew Davis verbunden. Als Designierter Chefdirigent hat der Finne Sakari Oramo, ehemals Nachfolger Sir Simon Rattles beim City of Birmingham Symphony Orchestra, die Leitung des BBC Symphony Orchestra übernommen.

Die Diskographie des Orchesters ist so umfangreich wie vielfältig. Tondokumente von bedeutendem historischen Wert stehen neben aktuellen Produktionen wie der Aufnahme von Janáčeks selten zu hörender Oper Die Ausflüge des Herrn Brouček, die 2008 von der renommierten Zeitschrift Gramophone als Opernaufnahme des Jahres ausgezeichnet wurde.

Neben seiner Konzerttätigkeit engagiert sich das BBC Symphony Orchestra im Bildungsbereich und bietet das ganze Jahr über verschiedenen Projekte wie spezielle Familienkonzerte, Workshops in Schulen und das sehr erfolgreiche BBC SO Family Orchestra an.

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