Sir Simon Rattle

Sir Simon Rattle war der Musikwelt von 2002 bis 2018 als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker bekannt und hat anschließend die Leitung des London Symphony Orchestra übernommen. Zur Saison 2023/24 wird Rattle nach München wechseln und Mariss Jansons als Leiter des Symphonieorchesters und Chors des Bayerischen Rundfunks nachfolgen. Er ist zudem Principal Artist beim englischen Orchestra of the Age of Enlightenment, das sich der historisch informierten Aufführungspraxis verschrieben hat, und Gründer der Birmingham Contemporary Music Group.

Rattle wurde 1955 in Liverpool geboren und studierte an der Royal Academy of Music in London Schlagzeug und Dirigieren. Schon früh machte er auf sich aufmerksam, gewann verschiedene Preise als Dirigent und bekam bereits als sehr junger Musiker Gelegenheit, Vorstellungen beim berühmten Opernfestival im südenglischen Glyndebourne leiten. 1980 begann Rattles enge Verbindung mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra, zunächst als Erster Dirigent und künstlerischer Berater, von 1990 bis 1998 dann als Musikdirektor. In dieser Zeit stieg das Orchester zu einem international stark beachteten Klangkörper auf und legte zahlreiche ausgezeichnete CD-Einspielungen unter der Leitung seines Chefdirigenten vor.

2002 folgte der Ruf an die Berliner Philharmonie als Nachfolger Claudio Abbados. Hier setzte Rattle eigene programmatische Akzente, etwa mit englischen und amerikanischen Komponist*innen des 20. Jahrhunderts, aber auch mit der Musik des Barocks, ohne den traditionellen Repertoirekern der Symphonik des 19. Jahrhunderts zu vernachlässigen. Mit großem Engagement widmete sich er zudem der Jugendarbeit des Orchesters und rief etwa das Education-Programm Zukunft@BPhil ins Leben. Die außerordentlich fruchtbare Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern ist umfangreich durch zahlreiche CD-Einspielungen, die regelmäßig mit internationalen Auszeichnungen bedacht wurden und in jüngerer Zeit auf dem eigenen Label der Berliner Philharmoniker erschienen, sowie durch eine Fülle von Konzert-Mitschnitten in der Digital Concert Hall des Orchesters dokumentiert. Auch nach seinem Abschied als Chefdirigent bleibt Rattle dem Orchester verbunden, das er in der Saison 2022/23 in drei Berliner Konzerten leiten wird.

Mit dem London Symphony Orchestra knüpft Rattle deutlich an seine Berliner Zeit an. Auch hier nimmt er die musikalische Bildungs- und Jugendarbeit sehr ernst und setzt gerne Klassiker der Moderne sowie Werke englischer Komponist*innen der Gegenwart auf seine Programme. Auf dem Orchesterlabel LSO Live sind mehrere, vielfach hoch gelobte Aufnahmen aus den letzten Jahren mit Werken unter anderem von Hector Berlioz, Claude Debussy, Mark-Anthony Turnage, Helen Grime, Leoš Janáček, Anton Bruckner und Ludwig van Beethoven entstanden. Neben der Arbeit mit Symphonieorchestern ist Rattle auch im Opernbereich aktiv und leitete in den letzten Jahren etwa regelmäßig Vorstellungen an der Berliner Staatsoper Unter den Linden.

 www.simon-rattle.de

Stand: August 2022

Sir Simon Rattle

© Oliver Helbig

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