Sir Simon Rattle

© Oliver Helbig

Sir Simon Rattle

Sir Simon Rattle, in Liverpool geboren, studierte an der Royal Academy of Music in London. Von 1980 bis 1998 arbeitete er – zunächst als Erster Dirigent und Künstlerischer Berater, dann als Musikdirektor – mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) und formte es zu einem international renommierten Klangkörper. 2002 ging er nach Berlin und war dort bis 2018 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und Künstlerischer Leiter der Berliner Philharmonie. 2017 wurde er zum Musikalischen Leiter des London Symphony Orchestra ernannt und für die Saison 2017/18 hatte er die Leitung beider Klangkörper inne.

Sir Simon hat über 70 Aufnahmen bei EMI (heute Warner Classics) eingespielt und erhielt zahlreiche international angesehene Preise für seine Aufnahmen bei verschiedenen Labels. Bei EMI hat er u.a. Strawinskys „Psalmensymphonie“ (die 2009 den Grammy Award für die beste Chor-Aufnahme erhielt), Berlioz‘ „Symphonie fantastique“, Ravels „L’enfant et les sortileges“, Tschaikowskys „Nussknacker“ Suite, Mahlers Zweite Symphonie und Strawinskys „Le sacre du printemps“ veröffentlicht. Von 2014 an hat er kontinuierlich sein CD-Portfolio bei dem eigenen Label der Berliner Philharmoniker – Berliner Philharmoniker Recordings – aufgebaut, darunter die Einspielungen der kompletten Symphonie-Zyklen von Beethoven, Schumann und Sibelius. Zuletzt hat er Debussys „Pelléas et Mélisande“, Turnage „Remembering“ aufgenommen sowie die Blue-Ray DVD Ravel, „Dutilleux and Delage“ beim Label des London Symphony Orchestra LSO live.

Musikalische Bildung nimmt für Sir Simon Rattle einen hohen Stellenwert ein. Während seiner Partnerschaft mit den Berliner Philharmonikern hat er mit dem Education-Programm Zukunft@Bphil neue Wege beschritten. Das brachte ihm 2004 den Comenius Preis ein, 2005 den Schillerpreis der Stadt Mannheim, die Goldene Kamera und die Urania Medaille. Zusammen mit den Berliner Philharmoniker wurde er 2004 zum internationalen UNICEF Botschafter ernannt – zum ersten Mal wurde diese Ehrung einem künstlerischen Ensemble zuteil. Sir Simon erhielt auch einige angesehene persönliche Ehrungen: 1994 wurde er in den Ritterstand erhoben, 2014 durch Ihre Majestät die Königin zum Mitglied des Order of Merit ernannt und zuletzt mit einer der ältesten britischen Auszeichnungen, dem Freedom of the City of London geehrt.

Seit 2013 sind er und die Berliner Philharmoniker jedes Jahr das Orchester-in Residenz bei den Osterfestspielen in Baden-Baden. In ihrer ersten Saison gestalteten sie dort „Die Zauberflöte“ und eine Reihe von Konzerten. Im Rahmen dieser Partnerschaft sind seither Puccinis „Manon Lescaut“, Peter Sellars Ritualisierung von Bachs „Johannes-Passion“, Strauss’ „Rosenkavalier“, Berlioz Fausts „Verdammnis“, Wagners „Tristan und Isolde“ und zuletzt 2018 Parsifal zur Aufführung gelangt. Für die Salzburger Osterfestspiele hat Rattle die Bühnenproduktionen „Fidelio“, „Così fan tutte“, „Peter Grimes“, „Pelléas et Mélisande“, „Salome“ und „Carmen“ dirigiert und eine konzertante Aufführung von „Idomeneo“ und viele andere kontrastierende Konzertprogramme verantwortet. Mit den Berliner Philharmonikern hat er auch Wagners „Ring des Nibelungen“ beim Festival Aix-en-Provence und bei den Salzburger Osterfestspielen und zuletzt an der Deutschen Oper Berlin wie an der Wiener Staatsoper realisiert. Seine jüngsten Opernproduktionen waren „Pelléas et Mélisande“ und „Dialoge der Karmeliterinnen“ am Royal Opera House, „L’Etoile“, „Aus einem Totenhaus“, „Katja Kabanova“ und „Fausts Verdammnis“ für die Staatsoper Unter den Linden in Berlin sowie Andrew Normans „A Trip to the Moon“ am Barbican Centre London.

Sir Simon unterhält langjährige Beziehungen mit den führenden Orchestern in London, Europa und den USA; zunächst arbeitet er eng mit den Los Angeles Philharmonic und dem Boston Symphony Orchestra zusammen und zuletzt mit dem Philadelphia Orchester. Er dirigiert regelmäßig die Wiener Philharmoniker, mit denen er auch alle Beethoven Symphonien und Klavierkonzerte mit Alfred Brendel aufgenommen hat. Er ist außerdem erster Gastdirigent des Orchestra of the Age of Enlightment und Gründungsmitglied der Birmingham Contemporary Music Group.

In der Saison 2018/19 war Sir Simon mit dem London Symphony Orchestra auf einer Tournee durch Japan, Südkorea und Europa. Mit Mahlers „Lied von der Erde“ im Programm dirigiert er das Tschechische Philharmonische Orchester zum ersten Mal und übernahm an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin für Rameaus „Hippolyte et Aricie“ die musikalische Leitung. Zusammen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks realisierte er Wagners „Walküre“ und mit den Berliner Philharmonikern Puccinis „Manon Lescaut“. Im März 2019 widmete er sich erneut Peter Sellars Revival der „Johannes-Passion“ sowohl mit den Berliner Philharmonikern als auch mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment.

www.simon-rattle.de

Stand: Juli 2019

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