Jelena Gremina

 

Jelena Gremina wird 1956 in Moskau geboren. Nach einem Studium am Gorki-Institut für Literatur beginnt sie, hauptberuflich als Dramatikerin zu arbeiten. 1983 wird eines ihrer ersten Stücke, „Der Mythos über Swetlana“, am Leningrader Theater für Junge Zuschauer aufgeführt. Ihr Stück „Das Glücksrad“ wird zeitgleich an zwei Moskauer Theaterstudios inszeniert, der Sender Radio Köln strahlt die deutsche Übersetzung aus. Großen Erfolg feiert sie mit ihrer Arbeit „Hinter dem Spiegel“, deren Inszenierung am Moskauer Künstlertheater zu einer Reihe von Kontroversen führt. Der Inszenierung am Künstlertheater folgen Aufführungen im Theater an der Taganka, in Theatern in Nishni Nowgorod und Wladimir sowie am Oklahoma Arts Center (USA).

Gemeinsam mit Michail Ougarov gründet Jelena Gremina im Jahr 2002 das Teatr.doc. Unter ihrer Leitung werden in den folgenden zehn Jahren mehr als 50 dokumentarische Stücke produziert: Projekte an der Grenze zwischen Kunst und Sozialanalyse, die gleichermaßen auf authentischen Texten, Interviews und wahren Geschichten basieren.

Ebenfalls 2002 beteiligt sich Jelena Gremina an der Organisation des Moskauer Festivals „Neues Drama“, in dessen Rahmen sie bis 2008 das Programm „Dramaturgie der Forschung“ leitet. Gremina steht für eine moderne russische Dramatik, die mit unkonventionellen Stil- und Kompositionslösungen experimentiert. Sie ist Autorin von fünfzehn Theaterstücken und zahlreichen Drehbüchern verschiedenster Dokumentarfilme und TV-Serien. Zu ihren Arbeiten gehören u. a. „Der Fall Kornett O.“, „One Hour 18 Minutes“, „The war of Moldovans for a cardbox”, „The homeless“ und „Two in your house“.

2011 wird Michail Ougarovs Inszenierung von “One Hour 18 Minutes“ mit dem Preis „Défense des Droits de L’Homme“ der Moscow Helsinki Watch Group ausgezeichnet.