Esa-Pekka Salonen

Esa-Pekka Salonen ist nicht nur einer der prominentesten Dirigenten unserer Zeit, sondern auch ein erfolgreicher Komponist. Der 1958 in Finnland geborene Salonen studierte Horn, Dirigieren und Komposition an der Sibelius Akademie in Helsinki. Zu seinen Lehrern gehörten Jorma Panula, der neben Salonen eine ganze Reihe hochrangiger Dirigenten wie Sakari Oramo und Jukka-Pekka Saraste ausgebildet hat, und der Komponist Einojuhani Rautavaara. Das Jahr 1983 bezeichnet einen Wendepunkt im Leben Salonens. Der bis dahin wenig bekannte Musiker, der sein Debüt 1979 beim Orchester des Finnischen Rundfunks gegeben hatte, sprang kurzfristig bei einem Konzert des Philharmonia Orchestra London mit Gustav Mahlers „3. Symphonie“ ein und löste damit Begeisterung bei Orchester und Publikum aus. Quasi über Nacht wurde aus einem Künstler, der sich selbst in erster Linie als dirigierender Komponist verstand, ein komponierender Dirigent am Beginn einer Weltkarriere. Zwei Jahre später ernannte das Philharmonia Orchestra Salonen zu seinem Ersten Gastdirigenten. Bis zum Jahr 1994 füllte er diese Position aus, blieb aber auch danach in enger Verbindung mit dem Londoner Klangkörper. Im September 2008 berief das Philhamonia Orchestra Esa-Pekka Salonen dann zu seinem Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter.

In Amerika fand Esa-Pekka Salonen im Los Angeles Philharmonic einen zweiten Klangkörper, mit dem er ungewöhnlich lang und produktiv zusammenarbeiten sollte. In seiner von 1992 bis zum April 2009 währenden Amtszeit als Music Director, in der die spektakuläre neue Walt Disney Concert Hall eingeweiht wurde, erwarb das Orchester Weltruhm. Für seine Verdienste ernannte ihn das Los Angeles Philharmonic zu seinem Ehrendirigenten. Neben der Arbeit mit diesen beiden Orchestern steht Esa-Pekka Salonen als Gast regelmäßig am Pult europäischer und amerikanischer Spitzenorchester. Als Operndirigent hat Esa-Pekka Salonen unter anderem Aufführungen von Olivier Messiaens „Saint-François d’Assise“, Richard Wagners „Tristan“ und Alban Bergs „Wozzeck“ auf groß angelegten Tourneen und bei internationalen Festivals geleitet. Im Sommer 2003 fand erstmals das jährlich abgehaltene, von Esa-Pekka Salonen mit ins Leben gerufene Baltic Sea Festival in Stockholm statt, dem er als künstlerischer Leiter vorsteht.

Esa-Pekka Salonen ist ein leidenschaftlicher Anwalt zeitgenössischer Musik, der zahlreiche Werke uraufgeführt hat. Einen besonderen Platz nimmt dabei sein Einsatz für die Musik von Kaija Saariaho und Magnus Lindberg ein, zwei Komponistenkollegen, die Salonen seit seiner Studienzeit kennt und denen er sich tief verbunden fühlt. Die Musik des 20. Jahrhunderts mit Werken von Igor Strawinsky, Jean Sibelius und Béla Bartók bis zu John Adams, Magnus Lindberg, Kaija Saariaho und ihm selbst bildet auch einen Schwerpunkt seiner umfangreichen Diskographie. Vielen seiner Einspielungen wurden hochkarätige internationale Preise zuerkannt.

Trotz all dieser Aktivitäten findet Esa-Pekka Salonen regelmäßig Zeit, um zu komponieren. Sein Schaffen ist erstaunlich umfangreich, wobei der Anteil der Orchestermusik deutlich überwiegt. Den stärksten Einfluss auf sein Komponieren haben wohl die Werke der Klassiker der Moderne von Strawinsky, Sergei Prokofiew und Bartók bis zu den Komponisten der Zweiten Wiener Schule, die Salonen auch als Dirigent favorisiert und die er so überzeugend darzustellen vermag. Gleichzeitig integriert Salonen mit Selbstverständlichkeit Techniken der jüngeren Avantgarde in seine Kompositionen, scheut sich aber auch nicht, in manchen Passagen einen der Musik der Romantik verpflichteten Tonfall anzuschlagen, und bringt all diese Einflüsse zu einer persönlichen Synthese. Esa-Pekka Salonen hat sich so zu einem international erfolgreichen Komponisten entwickelt, der weltweit aufgeführt wird, bedeutende Kompositionsaufträge erhält und dessen Schaffen schon eigene Festivals und Retrospektiven gewidmet waren. Für sein so weit gespanntes Wirken hat Esa-Pekka Salonen zahlreiche international bedeutende Ehrungen und Auszeichnungen erhalten.

www.esapekkasalonen.com

Stand: Juni 2013

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