Dr. Thomas Oberender

Thomas Oberender, geboren 1966, studierte Theaterwissenschaft und Szenisches Schreiben in Berlin und arbeitete als Dramatiker, Kritiker, Essayist und Publizist. Als Mitbegründer und Namensgeber der Autorentheatervereinigung Theater neuen Typs präsentierte er ab 1997 neue Theatertexte deutschsprachiger Autor*innen in Berlin. 1999 promovierte er über Botho Strauß und wurde danach Leitender Dramaturg am Schauspielhaus Bochum. Für die Ruhrtriennale entwickelte er 2004 das Literaturfestival „Wiedererrichtung des Himmels“, gefolgt von dem Literaturfestival „Schule der Romantik“ 2005. Er übernahm die Co-Direktion am Schauspielhaus Zürich für die Spielzeit 2005/06 und wurde im Anschluss Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele bis 2011. Für die Kulturhauptstadt RUHR 2010 entwickelte er die Reihe „Die Erfindung der Freiheit“.

Seit 2012 ist er Intendant der Berliner Festspiele und seit 2016 Künstlerischer Leiter der von ihm gegründeten Programmreihe Immersion. Hier gestaltet er neue Erfahrungsräume zwischen Ausstellung und Aufführung, unter anderen in den interdisziplinären Formaten „Schule der Distanz“ 2016, „Limits of Knowing“ 2017 und „INTO WORLDS. Das Handwerk der Entgrenzung“ 2018. Die von ihm mit dem Planetarium Hamburg konzipierte Reihe The New Infinity öffnet seit 2018 Planetarien für die Arbeiten von Künstler*Innen des digitalen Zeitalters.

Die von ihm initiierte Ausstellung von Philippe Parreno im Gropius Bau wurde 2019 zur „Ausstellung des Jahres 2018“ gewählt. Als Kurator gestaltete Oberender mit Tino Seghal 2018 die zeitbasierte Ausstellung „Welt ohne Außen. Immersive Räume seit den 60er Jahren“ und 2019 mit einem erweiterten kuratorischen Team den „Palast der Republik“. Die Neubetrachtung der Transformationsgeschichte in Ostdeutschland nach 1989 bildet wurde in den letzten Jahren zu einem weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit.

Er veröffentlichte mehrere Bücher u. a. „Nebeneingang oder Haupteingang? – Gespräche über 50 Jahre Schreiben fürs Theater“ (2014, gemeinsam mit Peter Handke), „Leben auf Probe. Wie die Bühne zur Welt wird“ (2009), den Sammelband „The New Infinity. Neue Kunst in Planetarien“ (2019), das Künstlergespräch „Occupy History. Decolonisation of Memory“ (2019), und zuletzt „Empowerment Ost. Wie wir zusammen wachsen“ (2020).

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Stand: Februar 2020

Dr. Thomas Oberender

© Christoph Neumann

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