Milan Knížák

 

Milan Knížák wurde 1940 in Pilsen, Tschechien, geboren und lebt heute in Prag. Knížák wollte zunächst Maler werden, brach aber 1962 sein Kunststudium ab und schuf unabhängig von der akademischen Ausbildung Objekte, Environments, Musikstücke und Happenings auf Straßen und Hinterhöfen. Gemeinsam mit anderen Künstlern gründete er 1964 die Gruppe Aktuální umění (Aktuelle Kunst), die sich später nur noch Aktual nannte. Aktual trat mit zahlreichen Straßenaktionen hervor und gab Flugblätter, Samizdat-Schriften und Objekte in kleinen Editionen heraus. Die Gruppe proklamierte die Vereinigung von Kunst und Leben. Durch Vermittlung des tschechischen Kritikers Jindřich Chalupecký kam Milan Knížák 1965 mit Fluxus in Kontakt. George Maciunas ernannte ihn zum „Director Fluxus East“. Seine Haltung gegenüber Fluxus blieb jedoch kritisch, insbesondere die klassische Bühnensituation der Fluxus-Aktionen entsprach nicht seinen künstlerischen Vorstellungen. Im Jahr 1966 konnte er in Prag ein Fluxus-Konzert organisieren, bei dem u. a. Ben Vautier, Jeff Berner und Serge Oldenbourg sowie Dick Higgins und Alison Knowles mitwirkten. 1968 erhielt er ein Visum, um nach New York zu gehen, wo er zwei Jahre verbrachte und an zahlreichen Events teilnahm.1970 kehrte Knížák in die Tschechoslowakei zurück und unterlag dort immer wieder politischen Repressalien. 1979 reiste er als Stipendiat des Künstlerprogramms des DAAD nach Berlin und war daraufhin in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland präsent. Seit 1990 lehrt Knížák an der Akademie der Bildenden Künste in Prag und von 1999 bis 2011 war er Direktor der Nationalgalerie Prag.

Stand: Februar 2014

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