Johannes Kalitzke

Als Komponist schöpft Johannes Kalitzke, geboren 1959 in Köln, aus einem reichen Fundus. Den Hintergrund seines Schaffens bildet zunächst die musikalische Überlieferung seit dem Mittelalter mit ihren verschiedenartigen Musizierhaltungen, Gattungen, Formen, Stilelementen, verschiedenen Zuordnungen zu gesellschaftlichen Gruppen, aber auch eine reichhaltige literarischer Bildung. Dabei sind es die Unterschiede und häufig auch Widersprüche, die sich zwischen diesen Bezügen auftun, die Kalitzke kompositorisch fruchtbar macht. Seine besondere Leistung besteht darin, dass er es nicht bei einem collagehaften Arrangieren von Kontrasten belässt, sondern die Gestaltung auf das Herstellen einer Einheit ausgerichtet ist, in der sich oft ganz einfache Vorgänge plastisch verfolgen lassen. Seine Stücke öffnen sich so ebenso einem nachvollziehenden Hören wie einem vielschichtig assoziativen Zugang, der in aller Regel eine Stütze in den evokativen Satzüberschriften und Werktiteln findet. Johannes Kalitzkes bisheriges Schaffen ist so umfangreich wie vielfältig, wobei Vokal- und Musiktheaterwerke einen gewissen Schwerpunkt bilden.

Eine nicht minder eindrucksvolle Erscheinung ist Johannes Kalitzke als Dirigent, wobei er das Nebeneinander beider Tätigkeiten weniger als belastend, denn befruchtend erlebt. Seine musikalische Ausbildung begann mit einem Kirchenmusik-Studium bereits während der Schulzeit, gefolgt vom parallelen Studium von Komposition und Dirigeren in Köln. Erste praktische Erfahrungen als Dirigent sammelte Kalitzke in Gelsenkirchen. Seither hat er mit den namhaften Spezialensembles für Neue Musik zusammengearbeitet und auch viele große Symphonieorchester geleitet. Auch wenn Kalitzke dabei keineswegs nur zeitgenössische Werke aufgeführt hat, ist er doch hierfür besonders gefragt, wobei er seine Fähigkeiten auch gerne in den Dienst von Komponist*innenkolleg*innen stellt, wie zahlreiche Aufnahmen belegen.

www.johanneskalitzke.com

August 2021

Johannes Kalitzke

© Nafez Rerhuf

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