Gerhart Hauptmann

 

Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann wurde 1862 in Schlesien geboren. Die Großstadt Berlin war Ausgangspunkt und Bestätigung seiner künstlerischen Erfolge, sie machte ihn berühmt. Aber gelebt hat er in Großstädten nie über längere Zeit, er war ein Leben lang ein Reisender. Ursprünglich wollte Hauptmann Bildhauer werden. Er besuchte die Kunstschulen in Breslau und Dresden, hörte aber auch Vorlesungen zu Philosophie, Naturwissenschaften und Geschichte in Jena und Berlin und nahm Schauspielunterricht. Mit 23 Jahren heiratete er Marie Thienemann, eine reiche Dresdener Kaufmannstochter. Diese Heirat ermöglichte ihm finanzielle Sicherheit, um sich eine Existenz als freier Schriftsteller aufzubauen. 1889 erregte er durch die skandalbegleitete Uraufführung seines ersten Dramas „Vor Sonnenaufgang" am Berliner Lessingtheater Aufsehen; mit seinem Drama „Die Weber“, einer Sozialanklage, löste er auf Otto Brahms „Freier Bühne“ in Berlin 1882 ein Beben aus. Seine opportunistisch geprägte Grundhaltung ließ ihn in vier Staatsgefügen – dem Kaiserreich, der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus und dem Nachkriegsdeutschland –relativ unbehelligt leben Er war anerkannt, wurde verehrt und gespielt. Bald galt er als einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker und wichtigster Vertreter des naturalistischen Dramas an der Schwelle des 20. Jahrhunderts. 1912 wurde Hauptmann mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt, viele andere Preise folgten. Er war mehrfacher Ehrendoktor.

Stand: Februar 2014

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