Katja Fedulova: „Kirill Serebrennikov - Kunst und Macht in Russland“

(2018, ZDF/ARTE)
Ein filmisches Porträt über den russischen Theater-, Film- und Opernregisseur, sein angespanntes Verhältnis zum russischen Staat und die wechselhafte kulturpolitische Ausrichtung seines Heimatlandes.

52 min, in deutscher und französischer Sprache
Verfügbar bis 25. Juli 2020

Aus aktuellem Anlass und mit freundlicher Genehmigung von Arte zeigen wir ab sofort bis 25.07.2020 den Dokumentarfilm „Kirill Serebrennikov - Kunst und Macht in Russland“ auf Berliner Festspiele on Demand.

Wie am 26. Juni 2020 bekannt wurde, hat das Moskauer Gericht Kirill Serebrennikov des Betrugs für schuldig befunden und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Im seit Jahren laufenden Prozess geht es um Veruntreuung von staatlichen Fördergeldern; ein Vorwurf dem Serebrennikov und seine Verteidigung stets widersprochen haben. Der Prozess gilt als politisch motiviert und hat international große Aufmerksamkeit erregt.

Das filmische Porträt der Dokumentarfilmerin Katja Fedulova zeichnet nach wie der russische Theater-, Film- und Opernregisseurs seit Ende der 2000er in seinen Bühnenstücken und später auch in seinen Spielfilmen und Operninszenierungen auf die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Russland reagiert, bis sich schließlich das Blatt wendet und er selbst die Aufmerksamkeit von Politik und Justiz auf sich zieht.

Seine Laufbahn setzt ein in einer trügerischen kurzen Blütezeit der Kunstfreiheit in Russland unter Präsident Dmitri Medwedew. Der Dokumentarfilm zeigt das enorme Spektrum Serebrennikovs künstlerischen Schaffens, seine Ernennung zum Direktor des Moskauer Gogol-Centers und seinen Aufstieg zum international gefragten Regisseur. Doch die vermeintliche Freiheit der Kunst im Land währte nicht lang und gerät mit dem Wiederstarken der konservative Kräfte im Kreml seit der Wiederwahl Wladimir Putins 2012 zum Präsidenten und der folgenden Neuausrichtung der Kulturpolitik des Landes in große Gefahr. Russische Künstler*innen werden fortan wiederholt zu Spielbällen der Kulturpolitik und geraten ins Visier der Justiz.

In ihrem vielstimmigen Film zeigt Katja Fedulova das bedrohliche Verhältnis von Kunst und Staatsmacht in Russland und die fast unbeirrbare künstlerische Willenskraft und Produktivität Kirill Serebrennikovs.