Systemfragen

Theatertreffen

Pressemeldung vom 30.04.2019

Das Theatertreffen 2019 präsentiert die Aufführungen der 10er Auswahl, den Stückemarkt und zahlreiche weitere Veranstaltungen, davon viele bei freiem Eintritt. Das Diskurs-Programm „TT Kontext“ greift die Themen auf und wirft einen Blick auf Theatersysteme und neue Produktionsformen und stellt Fragen nach den Auswirkungen der Wiedervereinigung im deutschen Theater. Vom 17. bis 19. Mai findet die Konferenz zur Gender(un)gleichheit „Burning Issues Meets Theatertreffen“ statt.
Ab 2020 führt das Theatertreffen für zwei Jahre eine Frauenquote von mindestens 50 % in der Regieposition der 10er Auswahl ein.

Neue Verbindungen zwischen Stadttheatern und freien Strukturen, internationale Ensembles, die Tendenz zu außergewöhnlichen Formaten und innovativen Ästhetiken: All das stülpt gewohnte Produktions- und Erlebnisformen von Theater um. Das zeigt sich auch in der diesjährigen Auswahl der Theatertreffen-Jury. Gleich drei Arbeiten entstanden als Koproduktionen mit Akteur*innen der freien Szene: „Oratorium“ vom Performancekollektiv She She Pop, „Girl From the Fog Machine Factory“ des Schweizer Regisseurs Thom Luz und „Unendlicher Spaß“ in der Regie von Thorsten Lensing, der erstmalig zum Theatertreffen eingeladen ist. Auch die Arbeit des zweiten Theatertreffen-Neulings, der Regisseurin Anna Bergmann, eine Interpretation des Ingmar Bergman Films „Persona“, ist eine Koproduktion zwischen dem Deutschen Theater Berlin und dem Malmö Stadsteater. Mit der diesjährigen Theatertreffen-Eröffnungsinszenierung „Hotel Strindberg“ von Simon Stone ist eine weitere Koproduktion vertreten, sie entstand in Zusammenarbeit von Burgtheater, Wien und Theater Basel. Aus Basel ist darüber hinaus eine Inszenierung von Claudia Bauer zu sehen: „Tartuffe oder das Schwein der Weisen“. Zwei Produktionen kommen vom Staatsschauspiel Dresden: „Erniedrigte und Beleidigte“ in der Regie von Sebastian Hartmann und Ulrich Rasches Inszenierung der Romanadaption von „Das große Heft“, die das Festival am 20. Mai beschließt. Christopher Rüpings fast 10-stündiges Antikenprojekt am mittleren Festival-Wochenende – „Dionysos Stadt“ von den Münchner Kammerspielen – komplettiert das diesjährige Programm.
„Das Internat“ von Ersan Mondtag vom Schauspiel Dortmund kann beim Theatertreffen 2019 leider nicht gezeigt werden.

Der Stückemarkt präsentiert unter dem Motto „Was kommt nach dem Protest?“ erstmals neue Arbeiten aus aller Welt. Der Stückemarkt Werkauftrag, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, wird bei einer öffentlichen Veranstaltung am 16. Mai an eine*n der eingeladenen Künstler*innen vergeben und ist verbunden mit der Realisierung einer Arbeit am Schauspielhaus Bochum. Im Rahmen des Formats „Stückemarkt Revisited“ zeigt das Theatertreffen „BAMBI & Die Themen“ von Bonn Park (Gewinner des Stückemarkt Werkauftrags 2017) in einer Szenischen Lesung.  

Das Diskurs-Programm TT Kontext rückt Ungleichheiten im Theater in den Fokus, lädt dazu ein, über die Zukunft des (Stadt-)Theaters zu debattieren und gibt unter dem Titel „Theater der Republik (gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb) den Fragen und Erkenntnissen nach der deutschen Wiedervereinigung im Theater eine Plattform. Die dreitägige Konferenz zur Geschlechter(un)gleichheit Burning Issues Meets Theatertreffen (17. bis 19. Mai) forscht danach, wie das Theater der Zukunft geschlechtergerechter und vielfältiger gestaltet werden kann. Gefördert wird die Konferenz durch die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters und die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

Für die Festivalausgaben 2020 und 2021 hat sich die Jury des Theatertreffens verpflichtet, bei der Auswahl der 10 bemerkenswertesten Inszenierungen eine Frauenquote von mindestens 50 % in der Regieposition umzusetzen. Regiekollektive, die sich mehrheitlich aus Frauen zusammensetzen, werden in die 50 % der Frauen einbezogen.

Das zweiwöchige Stipendienprogramm des Theatertreffens, das Internationale Forum, ist bereits zum 56. Mal Plattform für globalen Austausch. Die Open Spaces am 15. Mai, organisiert von den Stipendiat*innen selbst, bieten erstmals die Chance, die 35 ausgewählten Nachwuchskünstler*innen kennenzulernen.
Für das Theatertreffen-Blog berichten sechs junge Kultur-Blogger*innen aus vielfältigen Perspektiven über das Festivalgeschehen. Das Vermittlungsprogramm Parallelwelten kooperiert in diesem Jahr erneut mit dem Theatertreffen.

Das Filmprojekt One on One on One von Marcus Gaab geht nach fünf Jahren zu Ende. Der Regisseur und Fotograf hat von 2015 bis 2019 mit 61 Schauspieler*innen der 10er Auswahl des Theatertreffens insgesamt 47 Kurzfilme gedreht. Zum Finale sind alle Filme in einer Kinobox in der Kassenhalle bei freiem Eintritt zu sehen.

Während des Theatertreffen werden der 3sat-Preis (4. Mai an Ersan Mondtag), der Theaterpreis Berlin der Stiftung Preußische Seehandlung (5. Mai an She She Pop) und der Alfred-Kerr-Darstellerpreis (19. Mai durch den Juror Franz Rogowski mit einer Manifestrede von Susanne Kennedy) vergeben. Der Eintritt für alle drei Veranstaltungen ist frei.

Als Medienpartner des Theatertreffens überträgt 3sat im Rahmen von „Starke Stücke“ drei Aufzeichnungen aus der 10er Auswahl im Fernsehen:
„Tartuffe oder das Schwein der Weisen“ (Theater Basel, Regie: Claudia Bauer)
am Samstag, 4. Mai um 20.15 Uhr
„Erniedrigte und Beleidigte“ (Staatstheater Dresden, Regie: Sebastian Hartmann)
am Samstag, 11. Mai um 20.15 Uhr
„Persona“ (Deutsches Theater / Malmö Stadsteater, Regie: Anna Bergmann)
am Samstag, 18. Mai um 20.15 Uhr

Die 3sat-Aufzeichnungen sind auch in diesem Jahr bei freiem Eintritt auf der Großbildleinwand im Sony Center am Potsdamer Platz am Wochenende vom 10. bis 12. Mai zu sehen.

Spielstätten des diesjährigen Theatertreffens sind neben dem Haus der Berliner Festspiele das Deutsche Theater Berlin, das HAU – Hebbel am Ufer (HAU1), die Sophiensæle und die Volksbühne Berlin sowie im Rahmen von Burning Issues Meets Theatertreffen der Delphi Filmpalast und die Universität der Künste Berlin.

Das Theatertreffen wird seit 2004 durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Pressekontakt: ; Tel. +49 30 254 89 269
Pressebereich Theatertreffen
Theatertreffen-Magazin 2019 PDF, 8,4 MB

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