Takeover. Plastik hört auf Pilz

Gropius Bau

Pressemeldung vom 27.5.2021

Auftakt des Ausstellungsprojekts Takeover mit Roberta Busechian und Tue Greenfort auf dem Südplatz des Gropius Bau

7. Juni bis 29. August 2021

„Ich wünsche mir, dass Pilze als Waffe gegen die Umweltverschmutzung eingesetzt werden können.“ – Alexandra, Wilma und Lilly, Picasso Grundschule
„Ich wünsche mir, dass man zu einem Kunstwerk eine Melodie hört.“ – Etienne, Picasso Grundschule
„Ich bin lebendig. Ich bin vielfältig. Ich bin ein Lebewesen.“ – Adrijan, Picasso Grundschule

Die Welt aus Kinderaugen sehen und verstehen – diesem Wunsch folgt die Ausstellung Takeover. Sie ist eine Zusammenarbeit des Gropius Bau und der Stiftung Brandenburger Tor, der Kulturstiftung der Berliner Sparkasse. Dunkle Räume, die Ausstellung als Spiel, das Zusammenwirken von Licht und Wasser, Bewegung und Schatten sowie das Zusammenspiel von Klang und Natur: Für diese Themen entschieden sich Berliner Grundschüler*innen und kuratierten ihre eigenen Ausstellungen mit Werken von Berliner Künstler*innen.

Den Auftakt macht ab 7. Juni 2021 die Picasso Grundschule mit der Ausstellung Takeover. Plastik hört auf Pilz auf dem Südplatz des Gropius Bau. Die von den Schüler*innen ausgewählten Künstler*innen Roberta Busechian und Tue Greenfort entwickelten neue Werke, die die Sphären von Natur und Klang sinnlich erfahrbar machen.

Aus Tonaufnahmen der Schüler*innen schuf Roberta Busechian (*1990, Triest, Italien) drei Klangkompositionen. Geräusche des Bodens, des Gehens und des Himmels wurden gesammelt und neu arrangiert. Diese Inhalte gaben die Platzierung der Klanginstallation auf dem Südplatz vor. Im Gras auf dem Boden, auf Augenhöhe an der menschenähnlichen Form einer Laterne und an den Ästen eines Baumes sind Lautsprecher befestigt, aus denen die atmosphärischen Kompositionen im Loop ertönen. Die Installation ist während der Öffnungszeiten des Gropius Bau zu erleben.

Mit Tue Greenfort (*1973, Holbæk, Dänemark) erkundeten die Schüler*innen die Natur ihrer unmittelbaren städtischen Umgebung. Sie fanden Pilze auf dem Hof und züchteten ihre eigenen. Eine mehrteilige Skulptur wurde mit Austernpilzsporen befüllt und über den Südplatz des Gropius Bau verteilt. Während der Dauer der Ausstellung können die Pilze durch die scheibenförmige Plastik wachsen. Das Ausruhen auf den Werken sowie das Probieren der Pilze ist möglich (auf eigene Gefahr). Im Zentrum des Platzes – wo auch Ina Geißlers und Fabian Lipperts permanente interaktive Klanginstallation Unterton erklingt – weist eine zweite Skulptur auf die Verbindungen von Natur und Kultur hin. Für 1 Kilo PET sammelten die Schüler*innen so viele leere Wasserflaschen aus Plastik, bis das Gewicht ihres Inhalts (1 Liter) erreicht war. Greenfort schrumpfte diese wenig nachhaltigen Behältnisse durch Schmelzen zusammen und präsentiert sie auf einem Schachtring aus Beton, wie er für Wasserleitungen im Boden zum Einsatz kommt.

Pilz versus Plastik oder Pilz als Plastik und kann man Natur eigentlich wachsen hören? Diese Leitfrage möchte das Ausstellungsprojekt Takeover. Plastik hört auf Pilz den Besuchenden mit auf den Weg geben. Zur digitalen Eröffnung am Sonntag, den 6. Juni 2021 laden wir Sie ganz herzlich ein. Nach Grußworten von Stephanie Rosenthal (Direktorin des Gropius Bau) und Bianca Richardt (Vorstand der Stiftung Brandenburger Tor) sowie einem Kurzfilm zu den Kunstwerken eröffnen Redebeiträge der Schüler*innen die Ausstellung. [Teilnehmende Kurator*innen stehen danach für Interviews zur Verfügung.]

„Ich bin immer wieder begeistert, mit wieviel Freude und Energie die Kinder mit den Künstler*innen diese Ausstellung entwickelt haben – es ist ein wunderbarer und wichtiger Teil im Programm unseres Hauses.“ – Stephanie Rosenthal, Direktorin des Gropius Bau

„Ästhetische Bildung eröffnet Kindern die Teilhabe am kulturellen Leben und trägt zum Wachsen einer demokratischen und vielfältigen Gesellschaft bei. Wir freuen uns sehr, dass sie mit diesem Projekt so nah in den Arbeitsalltag eines Ausstellungshauses eingebunden sind.“ – Bianca Richardt, Vorstand der Stiftung Brandenburger Tor

Weitere Informationen

Roberta Busechian (*1990, Triest, Italien) ist Klangkünstlerin und Forscherin. Seit 2014 lebt sie in Berlin und lehrt Theorie, Praxis und Aktivismus in der Klangkunst. Sie interessiert sich für das Zuhören und seine Auswirkungen. Dafür schafft sie gemeinsame Ansammlungspunkte im Raum. Ihre Arbeit beschäftigt sich auch mit den technologischen Möglichkeiten durch Live-Streaming und die Zeitverschiebung virtuell verbundener Stadträume. Roberta Busechians Performances und Installationen wurden in Europa und in den USA präsentiert. Sie ist 2020/21 Stipendiatin des Programms Max – Artists in Residence an Schulen der Stiftung Brandenburger Tor.

Tue Greenfort (*1973, Holbæk, Dänemark) studierte Kunst in Odense und an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (bei Thomas Bayrle). Seine Arbeiten bewegen sich im Dreieck Mensch – Natur – Umwelt und verwenden verschiedene künstlerische Medien. Internationale Einzel- und Gruppenausstellungen machten seine Kunst bekannt. Von 2011–2013 war er Professor an der Funen Art Academy in Odense. Tue Greenfort lebt und arbeitet in Dänemark und Berlin.

Digitale Eröffnung am Sonntag, 6. Juni 2021, 15:00:
https://kbb-eu.zoom.us/j/92325798777?pwd=UG5VdFN3U1o5NHRUa2pINi94Y2FXdz09

Die Ausstellung wird durch verschiedene Vermittlungsangebote aktiviert, die in Kürze auf gropiusbau.de/takeover sowie www.stiftungbrandenburgertor.de/project/kinder-kuratieren_takeover zugänglich sind.

Ausstellungen mit weiteren Partnerschulen folgen im Herbst 2021.

Das Kooperationsprojekt Kinder kuratieren_Takeover des Gropius Bau und der Stiftung Brandenburger Tor ermöglicht Berliner Grundschüler*innen, den Weg von der Kunstproduktion bis zur eigenständig konzipierten Ausstellung selbst zu erleben und zu gestalten. Schüler*innen aus dem Programm Max – Artists in Residence an Schulen der Stiftung Brandenburger Tor und der Universität der Künste Berlin besuchen seit Beginn des Schuljahres 2019/2020 regelmäßig den Gropius Bau und lernen die Abläufe, Prozesse und Berufe des Ausstellungshauses kennen. Abschließend setzen sie selbst eine Ausstellung um.

Kooperationspartner:
Stiftung Brandenburger Tor, Die Kulturstiftung der Berliner Sparkasse

Vermittler*innen: Hans Youssuf Kiesler, Kolja Kohlhoff, Merle Richter
Kuratorische Betreuung: Julia Moritz
Projektleitung Gropius Bau: Jenny Sréter
Projektleitung Stiftung Brandenburger Tor: Caroline Armand
Projektleitung Picasso Grundschule: Silke Kästner
Teilnehmende Schulen: Carl-Humann-Grundschule, 48. Grundschule, Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule, Picasso Grundschule

Pressekontakt

Gropius Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin
+49 30 25486 125

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