The Cool and the Cold. Malerei aus den USA und der UdSSR 1960–1990. Sammlung Ludwig

Gropius Bau

Pressemeldung vom 25.8.2021

The Cool and the Cold
Malerei aus den USA und der UdSSR 1960–1990. Sammlung Ludwig
24. September 2021 bis 9. Januar 2022

Eröffnungstag: 23. September 2021
Pressekonferenz: 23. September 2021, 11:00

Mit The Cool and the Cold. Malerei aus den USA und der UdSSR 1960–1990. Sammlung Ludwig präsentieren der Gropius Bau und die Peter und Irene Ludwig Stiftung eine umfangreiche Gruppenausstellung, die zur Zeit des Kalten Krieges entstandene Arbeiten aus beiden weltpolitischen Machtzentren vereint und sich so dem Verhältnis von Ost und West aus kunsthistorischer Perspektive annähert.

Peter und Irene Ludwig gehörten weltweit zu den ersten Sammler*innen, die US-amerikanische und sowjetische Kunst parallel sammelten. Ihre umfangreiche Sammlung ermöglicht die kritische Gegenüberstellung von Werken aus beiden Lagern des Ost-West-Konflikts. Die Ausstellung zeigt rund 125 Arbeiten von 80 Künstler*innen aus den Beständen der Sammlung Ludwig aus sechs internationalen Museen, unter anderem von Jo Baer, Erik Bulatov, Ivan Čujkov, Helen Frankenthaler, Jasper Johns, Ilja Kabakov, Lee Lozano, Natalja Nesterova, Viktor Pivovarov, Jackson Pollock und Andy Warhol. Im gesamten Erdgeschoss des Gropius Bau – mit Blick auf die Mauerreste und die Gedenkstätte Topographie des Terrors – findet so eine Gegenüberstellung statt, die Kontinuitäten und Gegensätze künstlerischen Denkens und Arbeitens offenlegt. Die Ausstellung untersucht, wie Künstler*innen zur Zeit des Kalten Krieges auf politische wie ästhetische Fragen ihrer Epoche reagierten und Vorstellungen individueller und gesellschaftlicher Freiheit verhandelten. Im Spannungsfeld der verschiedenen Stile, Ismen und Denkrichtungen aus drei Jahrzehnten wird Kunst auch als Ausdruck von und Kommentar zu Ideologien lesbar.

Stephanie Rosenthal, Direktorin Gropius Bau: „Die spezifische Lage des Gropius Baus direkt am ehemaligen Grenzverlauf spielt eine zentrale Rolle in unserem Ausstellungsprogramm. Die Reststücke der Berliner Mauer sind heute noch vom Haupteingang und den Ausstellungsräumen aus zu sehen. Die Auseinandersetzung mit Grenzen und Grenzziehungen, aber auch die Frage nach nationaler Zugehörigkeit und Besitztum zieht sich deshalb mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen immer wieder durch unser Programm. Wir freuen uns besonders, nun eine Ausstellung zu präsentieren, die eine in diesem Umfang bisher einzigartige Gegenüberstellung von Arbeiten aus beiden machtpolitischen Zentren des Kalten Krieges bietet. The Cool and the Cold bringt dabei nicht nur künstlerische Perspektiven aus Ost und West zusammen, sondern zeigt neben berühmten Meisterwerken von Erik Bulatov, Helen Frankenthaler, Roy Lichtenstein, Jackson Pollock oder Andy Warhol auch bisher unbekannte Werke.“

Brigitte Franzen, Co-Kuratorin der Ausstellung und bis Ende 2020 Vorständin der Peter und Irene Ludwig Stiftung, über die Ausstellung, die sie noch in ihrer Funktion in der Stiftung konzipiert hatte: „Die russische Avantgarde in ihrer langen Tradition und der bahnbrechende Auftritt der amerikanischen Pop Art sind zwei Schwerpunkte der Sammlung. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch die Kunst der Sowjetunion und der USA nach dem 2. Weltkrieg bis in die 1990er Jahre von den Ludwigs intensiv gesammelt wurde. Dies macht eine Gegenüberstellung möglich, die Kontinuitäten, Widersprüche, vermeintliche Gegensätze und historische Bezugspunkte der beiden Systeme im Feld der Malerei aufzeigt. Es wird aufscheinen, welche Ideologien sich hier gegenüberstanden, ja aufeinanderprallten, welche Kräfte am Werk waren und wie auch in der Kunst der Eiserne Vorhang wirkte. Ich freue mich sehr, dass die Ludwig Stiftung es mir ermöglicht, dieses Projekt, auf das ich während meiner Amtszeit lange hingearbeitet habe und das zwischendurch von der Corona-Entwicklung bedroht schien, nun gemeinsam mit dem Aachener Stiftungsteam um Carla Cugini wie mit dem Team des Gropius Bau um Stephanie Rosenthal doch zu realisieren.“

Carla Cugini, seit 1. September 2021 als Nachfolgerin von Brigitte Franzen neue Vorständin der Ludwig Stiftung: „Peter und Irene Ludwig gehörten zu den ersten Sammler*innen weltweit, deren Sammlungstätigkeit wirklich global ausgerichtet war. Sie waren immer auf der Höhe ihrer Zeit. Dies hat uns als Stiftung einen großen Schatz hinterlassen – und ein einzigartiges und komplexes Sammlungskonvolut, aus dem sich heute globale Zeitgeschichte lesen und verstehen lässt. Es ist ein wahrer Glücksfall, dass die Ludwigs aus beiden Hemisphären der damaligen Weltordnung, der USA und der Sowjetunion, Kunst gesammelt haben und damit diese Gegenüberstellung überhaupt nun möglich machen. Für mich persönlich ein Auftakt meiner neuen Tätigkeit wie er spannender nicht sein könnte.“

Die Ausstellung wird kuratiert von Benjamin Dodenhoff, Peter und Irene Ludwig Stiftung, sowie Brigitte Franzen, heute Direktorin Senckenberg Museum Frankfurt, ehemals Peter und Irene Ludwig Stiftung. Organisiert in Zusammenarbeit mit der Peter und Irene Ludwig Stiftung.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Walther König mit Beiträgen von Boris Groys, Brigitte Franzen, Susan E. Reid und Kurztexten von Benjamin Dodenhoff und Victoria Haas.

Weitere Informationen

Die Peter und Irene Ludwig Stiftung

Die Peter und Irene Ludwig Stiftung ist national und international von herausragender Bedeutung. Die beiden deutschen Kunstsammler haben ihre mehr als 14.000 Objekte umfassende Sammlung seit den 1950erJahren aufgebaut. Sie ist heute auf 26 öffentliche Museen auf drei Kontinenten verteilt. Die Peter und Irene Ludwig Stiftung fördert öffentliche Museen, die mit der Sammlung Ludwig verbunden sind. Zwölf Institutionen tragen den Namen Ludwig und wurden mit großzügigen Schenkungen bedacht. Darüber hinaus erforscht, publiziert, erweitert und vermittelt die Stiftung die Sammlung Ludwig. Die Perspektive auf Kunst als einzigartiges menschliches Ausdrucksprinzip, das Nationengrenzen überwindet und weltoffen operiert, motivierte die Stifter und bestimmt die Tätigkeit der Peter und Irene Ludwig Stiftung bis heute. Leitende Vorständin ist die promovierte Kunstwissenschaftlerin und Historikerin Carla Cugini.

Pressekontakt

Stiftung Ludwig

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Kathrin Luz Communication
Tel +49 171 3102472

Gropius Bau

Ellen Clemens / Katrin Mundorf
Presse und Kommunikation
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