Tanztreffen der Jugend: In Bewegung – der Spielplan

Tanztreffen der Jugend

Pressemeldung vom 19.8.2021

In diesem Jahr setzt sich das Tanztreffen der Jugend selbst in Bewegung und ist vom 17. bis 24. September 2021 im Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse in Potsdam zu Gast. Sein Hauptquartier schlägt das Festival in der Fabrik Potsdam auf. Eingeladen sind zwölf vorab von der Jury in einem bundesweiten Wettbewerb ausgewählte Ensembles aus Berlin, Bonn, Düsseldorf, Leipzig, Mainz, München, Weimar und Wuppertal. Ihre bemerkenswerten Arbeiten werden im allabendlichen Vorstellungsprogramm öffentlich präsentiert. Der Spielplan steht fest, der Ticketvorverkauf startet Anfang September. Darüber hinaus sind das Festival begleitende digitale Formate geplant.

Die eingeladenen Produktionen bilden die Bandbreite der vielfältigen Formate und Stile junger Tanzschaffender sowie die teils herausfordernden Produktionsbedingungen des zurückliegenden Jahres ab. Die Soli, Duette und Ensembleproduktionen mischen zeitgenössischen Tanz mit urbanen Bewegungssprachen. Neben fertigen Bühnenstücken werden Filme, dialogische Formate zwischen Bühnentänzer*innen und digitalen Abbildern sowie ortsspezifische Arbeiten im öffentlichen Raum gezeigt.

Der aktuelle Jahrgang präsentiert reichlich Frauenpower: Gleich sechs der eingeladenen Ensembles sind rein weiblich. Auf der Bühne werden u. a. unterschiedliche Bilder von Weiblichkeit verhandelt. In der Film-Collage „BODYBILDER“ (tanzmainz club am Staatstheater Mainz) werfen sieben junge Frauen einen intimen und schonungslosen Blick auf die Körper, denen sie im Alltag und auf Social-Media-Plattformen begegnen. Das Bühnenstück „Connection“ (ACADEMY Bühnenkunstschule, Berlin) befasst sich mit dem Blick auf sich selbst und schafft eine Verbindung zur ursprünglichen weiblichen Kraft jenseits aller Stereotypisierungen. In der Performance „HerStory and Sisters*“ (Company Women Performing for Feminism, Kulturwerkstatt KAOS, Leipzig) dekonstruiert das Ensemble mit performativen und theatralen Methoden Tik-Tok-Tänze und setzt sie als Ausdruck einer neu erzählten weiblichen Geschichte in einen politischen Kontext. Empowerment auf vielen Ebenen!

„Der Selbstzweifel“ (Apricot Productions, Berlin) ist das mutige Solo der erst 13-jährigen Lennja zum titelgebenden Thema. Um Zwischenmenschlichkeit, Begegnung und Austausch geht es in „wellenlänge“ (SafeSpace, Bonn). Die Tanztheaterperformance „ENERGIE“ (Young Pathos Kollektiv, München) befasst sich mit verschiedenen energetischen Erscheinungsformen, sei es im weiten Universum oder in kleinen, individuellen Alltagsmomenten. „Schwanensee“ (Ensemble stellwerk junges theater, Weimar) wirft einen kritischen Blick auf das berühmteste Ballett der Tanzgeschichte und hinterfragt die Regeln, Ästhetik und Ausschlusskriterien der klassischen Ballett-Tradition. In den für den öffentlichen Raum konzipierten Duetten „LIEBLOS (For The Sake Of...)“ des Tanzhaus Wuppertal begegnen sich jeweils zwei Tänzer*innen in einer kurzweiligen Performance, in der Musik und Story vorab nur flüchtig abgesteckt und die Bewegungen improvisiert sind. „Past, present and the future“ (Mood Dance Collective, Düsseldorf) untersucht tänzerisch, inwieweit Erlebnisse der Vergangenheit und Erinnerungen den gegenwärtigen Menschen in seinem Handeln blockieren.

Im Kurzfilm „Geh, Fühle!“ (Banda Agita – Jugendclub des GRIPS Theaters in Kooperation mit dem Jungen Ensemble RambaZamba Theater, Berlin) setzt sich das inklusive Ensemble mit der ursprünglichsten Kontaktaufnahme des Menschen mit der Welt über das Tasten und Fühlen auseinander, während der Kurzfilm „Anas“ (HaBer project e. V., Berlin) die persönliche Fluchtgeschichte eines jungen Mannes aus Syrien nach Europa erzählt. Das mediale Tanzstück „lost in spaces“ vom JugendtanzApartment, Berlin thematisiert die Auswirkungen der sozialen Distanz während des Lockdowns.

Rahmenprogramm
Neben den öffentlichen Aufführungen der eingeladenen Produktionen steht insbesondere der kreative Austausch untereinander im Fokus des Festivals, an dem über 70 junge Tanzschaffende teilnehmen. Der Campus des Tanztreffens der Jugend richtet sich mit Workshops, Aufführungsgesprächen und Diskussionen an alle teilnehmenden Ensembles.

Das von Martina Kessel konzipierte Forum mit Workshops und Gesprächsformaten richtet sich an Tänzer*innen, Tanzvermittler*innen, Choreograf*innen und tanzerfahrene Theatermacher*innen. Das diesjährige Programm befasst sich u. a. mit dem Einsatz digitaler Plattformen bei der Tanzvermittlung. Der Choreograf und Tänzer Graham Smith erarbeitet mit den Teilnehmenden einen tänzerischen Audiowalk, der im Anschluss an das Festival weiterhin auf der Website abrufbar sein wird.

Chronik aller Preisträger*innen seit 2014
Pressefotos Tanztreffen der Jugend

Die Berliner Festspiele veranstalten jährlich vier Bundeswettbewerbe, die seit Anfang März dieses Jahres unter der Leitung der Berliner Regisseurin, Autorin und Kulturmanagerin Susanne Chrudina stehen.

Save the Date
Treffen junger Autor*innen – 11. bis 15. November 2021
Treffen junge Musik-Szene – 24. bis 29. November 2021

Die Bundeswettbewerbe der Berliner Festspiele werden gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.