The New Infinity 2021 – Programmveröffentlichung

The New Infinity

Pressemeldung vom 20.8.2021

Mit Arbeiten von Actress & Actual Objects, Agnieszka Polska, Bill Ham & Kara-Lis Coverdale, Emeka Ogboh, Florence To & Bendik Giske & Bridget Ferrill, Leif Randt, Lucas Gutierrez & Robert Lippok, Patricia Detmering, Theo Triantafyllidis & Sun Araw u.a.

Die vierte Ausgabe von „The New Infinity“ verwandelt im Rahmen der Berlin Art Week das Zeiss-Großplanetarium vom 17. bis 19. September in einen immersiven Erfahrungsraum zeitgenössischer Kunst. Das Programm umfasst Fulldome-Filme, darunter Weltpremieren von Eigenproduktionen, eine audiovisuelle Show, eingeladene Arbeiten sowie eine Retrospektive der in den vergangenen drei Jahren entstandenen Filme, Fulldome-Adaptionen von Installationen, Games und VR-Experiences, die Fortsetzung der im letzten Jahr initiierten Programmschiene Visual Music sowie ein von der bildenden Künstlerin Agnieszka Polska kuratiertes Kinoprogramm. Darüber hinaus findet die Eröffnung der diesjährigen Berlin Art Week im Zeiss-Großplanetarium statt. Diese wird von einer Auswahl an Arbeiten aus dem „The New Infinity“-Programm gefeatured.

Ein Auszug aus dem Programm:
Gemeinsam mit der Stiftung Planetarium Berlin zeigt „The New Infinity“ eine Reihe von Fulldome-Weltpremieren: Mit „Grey Interiors“ wird eine kollaborative Arbeit des britischen Musikers Darren J. Cunningham aka Actress und des Künstler*innenkollektivs Actual Objects präsentiert, die uns durch den düsteren Äther mitnimmt in eine Sphäre jenseits des Menschlichen. Zwei rotierende Körper, zwischen denen sich ständig neue Klangfelder entfalten, stehen im Zentrum der Soundskulptur „SPIN“ (2021) des Digitalkünstlers Lucas Gutierrez und des Klangkünstlers Robert Lippok. In der audiovisuellen Show „PERSPICUS“ (2021) der Künstlerin und Regisseurin Florence To, des Saxophonisten und Komponisten Bendik Giske und der Klangkünstlerin Bridget Ferrill nimmt der Raum klanglich und architektonisch ständig neue Formen und Perspektiven an, die aus den Atembewegungen der Künstler*innen entstehen.

Mit der Fulldome-Adaption „Aporia“ (2021) präsentiert Patricia Detmering eine Arbeit, die einer soziologischen Studie gleicht und die Dynamiken von 60 menschlichen Avataren, ausgestattet mit einer jeweils eigenen KI, untersucht. „The Way Earthly Things Are Going“ (2017/2021) ist die Adaption der gleichnamigen Soundinstallation von Emeka Ogboh für den Kuppelraum, die der Künstler für die documenta 14 in Athen konzipierte. Die Arbeit verbindet eine Echtzeit-LED-Anzeige des Welt-Aktienindizes mit dem altgriechischen Klagelied „Wenn ich vergesse, bin ich froh“, das durch den A-Cappella-Chor „Pleiades“ zu einer räumlichen Komposition entfaltet wird. Die Fulldome-Arbeit „VHW7“ (2021) von Theo Triantafyllidis erkundet anhand eines experimentellen Soundtracks von Sun Araw den gleichnamigen Planetoiden als galaktische Skulptur.

In der Programmlinie Visual Music werden wegweisende Positionen Bildender Künstler*innen aus dem zwanzigsten Jahrhundert im planetarischen Format erlebbar gemacht. Darunter ist die Arbeit „Homage to Rameau“ (1967) des Computergrafik-Pioniers John Whitney (1917-1995), die auf der Komposition „La Timide et Tambourin“ von Jean-Philippe Rameau basiert. „MN:P“ (1995) ist eine unveröffentlichte Arbeit aus der späten Schaffensphase Whitneys, die auf seinen ersten Erfahrungen mit den indigenen Bevölkerungen im Südwesten der USA basiert. Bill Ham präsentiert zwei seiner „Light Paintings“ (beide 2021) – unterstützt von Emi Ito und mit Originalmusik der kanadischen Komponisten Kara-Lis Coverdale. In Hams früheren Live-Performances wurde diese „Gegenwartskunst“ vom Künstler und von den Betrachtenden in Echtzeit geteilt. Für die neuen Kompositionen wurden seine Studio-Sessions digital aufgezeichnet, neu arrangiert und für die Projektion in die Kuppel des Zeiss-Großplanetariums adaptiert.

Das von Agnieszka Polska kuratierte Kinoprogramm widmet sich Filmen, die durch ihre jeweilige Erzählung oder Poetik eine immersive oder dissoziative Wirkung entfalten – und als Berichte über das Leben in einer endlichen, sich dramatisch verändernden Umwelt gelesen werden können.

Bereits mit seinen utopischen Romanen „Schimmernder Dunst über CobyCounty“ und „Planet Magnon“ begab sich Leif Randt auf die Suche nach anderen Welten jenseits der hard feelings. Sein Planetariums-Debüt feiert der Autor mit der assoziativen Audiocollage „Fokus Color Italia“ (2021), in der wir die kritische Unternehmerin Joelle von der Mosel und das junge App-Genie Sina vom Chiemsee auf eine spätsommerliche Urlaubsfahrt begleiten.

Planetarien verfügen als Institutionen künstlerischer Praxis über eine perfekte Infrastruktur, denn was heute in einem Planetarium funktioniert, funktioniert weltweit in allen. Seit 2017 stellen die Berliner Festspiele daher die architektonisch außergewöhnliche Form der Kuppel Bildende Künstler*innen, Klangkünstler*innen, Filmemacher*innen und Game-Entwickler*innen zur Verfügung und erproben Planetarien als Galerien der Zukunft. Bislang waren Planetarien hauptsächlich Orte der Wissenschaft und Bildung, nur selten fand in ihnen zeitgenössische Kunst statt. Dabei zeigen Planetarien die größten und imposantesten Bilder unserer Zeit – verbunden mit dem brillanten Sound einer hochentwickelten 360-Grad-Klangtechnik.

Weiterführende Informationen zum Programm finden Sie hier.
Tickets sind ab dem 1.9.2021 über die Website der Berliner Festspiele erhältlich.

SAVE THE DATE
Für Pressevertreter*innen wird es am 15.09.2021 von 14-15 Uhr eine Pressevorbesichtigung im Zeiss-Großplanetarium geben. Eine Einladung hierzu erfolgt Ende August.

The New Infinity
Zeiss-Großplanetarium
Prenzlauer Allee 80
10405 Berlin

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