Stückemarkt: Werkauftrag geht an Amanda Wilkin

Theatertreffen

Pressemeldung vom 19.5.2022

Gefördert wird der Werkauftrag von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Die Preisträgerin wurde zum Abschluss des Stückemarkts im Haus der Berliner Festspiele geehrt. Mit dem Preis verbunden ist die Realisierung einer neuen Arbeit am Schauspiel Leipzig – dem diesjährigen Partnertheater – in der Spielzeit 2023/24.

Unter dem Motto „Was ist (uns) die Zukunft wert?“ präsentierte der Stückemarkt 2022 drei szenische Lesungen und zwei Performances: „FUTURE WIFE“ von ruth tang, „AirSpace or In The Next Century“ von Eric Marlin, „And I dreamt I was drowning“ von Amanda Wilkin, sowie „Circle Hasu We plant seeds in the spring of mountains“ von Aine Nakamura und „Bakice / Grannies“ von Kolektiv Igralke und Tjaša Črnigoj.

Das Schauspiel Leipzig begleitete als diesjähriges Partnertheater den Stückemarkt während des Festivals. In der heutigen öffentlichen Abschlussveranstaltung verkündeten der Intendant des Schauspiel Leipzig Enrico Lübbe, Thomas Frank, künstlerischer Leiter der Spielstätte Residenz und Marleen Ilg, Dramaturgin, stellvertretend für das Haus die Gewinnerin des diesjährigen Stückemarkt Werkauftrags: Amanda Wilkin, die mit ihrem Text „And I dreamt I was drowning“ eingeladen war.

 Amanda Wilkin ist eine britische Dramatikerin aus London. Ihre Arbeit fokussiert Schwarze Narrative und ihr Interesse gilt dabei besonders der Klimagerechtigkeit und der Geflüchtetenkrise. 2017 war sie Mitglied der Autor*innengruppen von Royal Court Theatre und BBC. Seitdem hat sie Kurzstücke für das Sam Wanamaker Playhouse geschrieben und gespielt. Unter ihren jüngsten Arbeiten sind das Hörspiel „Recognition“ über den Komponisten Samuel Coleridge-Taylor, sowie „Shedding a Skin“, das den Verity Bargate Award gewann und im Sommer 2021 am Soho Theatre aufgeführt wurde.

Auszug aus der Laudatio:

»Amanda Wilkin ist es gelungen, die Spannung zwischen einer konkreten Geschichte und ihrer universellen Anwendbarkeit einzufangen. Sie erzählt eine Geschichte über die Not zu fliehen, wenn der*die Einzelne von einem System nicht mehr berücksichtigt oder einbezogen wird. [...] Wir haben durch sie erfahren, wie territoriale Grenzen in zwischenmenschlichen Beziehungen aufrechterhalten werden und sie gleichzeitig zu zerreißen drohen. [...] „And I dreamt I was drowning“ beeindruckte uns besonders durch die Art und Weise, wie es mit seinem Thema umgeht: Die Sensibilität, mit der Amanda Wilkin von menschlichen Schicksalen erzählt, und die Schonungslosigkeit, mit der sie auf die Wunden unserer Zeit blickt.«
- Enrico Lübbe, Intendant Schauspiel Leipzig

Die vollständige Laudatio findet sich in der Berliner Festspiele Mediathek.

Der Stückemarkt Werkauftrag wird seit 2007 im Sinne einer nachhaltigen Künstler*innenförderung als Auszeichnung vergeben und wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Ihr Präsident Thomas Krüger schickte ein Grußwort und übermittelte seine Glückwünsche.

Nach der digitalen Ausgabe 2021 rückte dieses Jahr besonders der Vernetzungs- und Austauschgedanke unter den Autor*innen und Künstler*innen des Stückemarkts in den Fokus. Zwischen dem 11. und 19. Mai waren die Stückemarkt-Autor*innen und -Künstler*innen nicht nur mit ihren Arbeiten zu erleben, sondern auch in Workshops und Gesprächen.

Das Format „Stückemarkt Revisited“ präsentierte Manuela Infantes Stück „Noise. Das Rauschen der Menge“ mit der Schauspielerin Gina Haller, uraufgeführt am Schauspielhaus Bochum. Die Autorin und Regisseurin Manuela Infante ist Stückemarkt-Alumna und Preisträgerin des Stückemarkt Werkauftrags 2019.

Der Stückemarkt-Jury 2022 gehören an: Olga Grjasnowa (Autorin), Ogutu Muraya (Theatermacher), Kevin Rittberger (Autor und Regisseur) und Anna-Katharina Müller (Leiterin des Stückemarkts).

Ein Portraitfoto von Amanda Wilkin steht  hier zum Download bereit.

 Aktuelle Pressebilder stehen im Pressebereich der Website der Berliner Festspiele zum Download bereit.