Katrin Winkler

BPA at Gropius Studios

In ihrer Präsentation im Gropius Bau setzten sich Katrin Winkler und Dina Khouri mit der Politik der Repräsentation und den Folgen der Auslöschung auseinander: Es geht um Rahmen – und um das, was nicht darin vorkommt. Ihre Arbeiten evozieren umkämpfte Landschaften und marginalisierte historische Narrative sowie die Praxis des Gedenkens und des Widerstands.

Im Gropius Bau präsentierte Winkler towards memory, eine Videoinstallation und ein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit namibischen Frauen, die als Kinder – während des namibischen Befreiungskampfes gegen das südafrikanische Apartheidsregime, der 1979 begann – in die damalige DDR geschickt wurden. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurden sie abrupt zurück nach Namibia geschickt. Die Videoinstallation basiert auf Archivrecherchen, Videointerviews sowie auf Aufnahmen zeitgenössischer Gedenkfeiern zur fünfundzwanzigjährigen Unabhängigkeit und dem Völkermord an den Herero und Nama. Das Projekt hinter-fragt die Verstrickung deutscher und namibischer Politik in Bezug auf die Folgen und (Un-)Sichtbarkeiten von Kolonialismus, Genozid, Vertreibung und Apartheid.

Die Foto- und Videostill-Serie pass it on and she will know (part 1 + part 2), ein Auftragswerk für die Lagos Biennale, wurde ebenfalls im Gropius Bau präsentiert. Die Arbeit beschäftigt sich mit Aspekten der antikolonialen Aba-Frauenaufstände in Nigeria im Jahr 1929, bei denen sich Frauen gegen die Auferlegung von Steuern durch die britische Kolonialregierung auflehnten. Bei den Protesten spielten Palmblätter, die von Hand zu Hand weitergereicht wurden, eine entscheidende Rolle, denn sie wurden anstelle von Flugblättern verwendet, um die Protestversammlungen zu organisieren. Die digitalen Montagen thematisieren diese Geschichte in Text und Bild, indem sie fiktionalisierte, interviewbasierte Gespräche zwischen Frauen präsentieren, die bis heute auf diese Zeit Bezug nehmen.

Katrin Winkler, pass it on and she will know (part2), Detail, 2019, BPA at Gropius Studios

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Vita

Katrin Winkler studierte an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München, an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und am California Institute of the Arts. Ihre Arbeiten wurden in internationalen Ausstellungen und auf Festivals wie der Lagos Biennale, der Berlinale (in der Sektion Forum Expanded), im Sursock Museum Beirut und im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) gezeigt.