Über das Journal

Von Stephanie Rosenthal

Die Geschichte des Gropius Bau ist ebenso vielschichtig, wie die Architektur des Gebäudes selbst, das im Stil der Renaissance errichtet wurde. Es hatte bereits viele Gesichter, war zunächst Kunstgewerbemuseum und Kunstgewerbeschule (ab 1881), beherbergte das Ethnologische Museum (ab 1921) sowie später auch das Museum für Vor- und Frühgeschichte (ab 1931). Es wurde erbaut und bombardiert, neu errichtet und immer wieder neu definiert. Sein Standort in unmittelbarer Nähe zur Berliner Mauer, die einst als physische Verkörperung unterschiedlicher Ideologien Europa teilte, erzeugt in unserer Zeit eine ganz neue symbolische Resonanz.

Unser Ausstellungsprogramm ist geprägt von der Auseinandersetzung mit den Konzepten von Fürsorge und Reparatur, Gastlichkeit, Körper und Land, Transformation, Grenzen und Grenzziehungen. Das Gropius Bau Journal soll das Denken widerspiegeln, das unserer kuratorischen Arbeit zugrunde liegt – und einen Raum bieten, die verschiedenen Fragestellungen und Themen zu vertiefen und weiter zu erforschen. Wir reflektieren darin auch unsere Rolle als Kunstinstitution – nicht nur hinsichtlich der Arbeit mit Künstler*innen, sondern auch in Bezug darauf, wie wir die Fähigkeit eines Ausstellungshauses, seine Besucher*innen zu bewegen und zu berühren, neu gestalten können.