Nachbarschaftsaustausch

Eine Besonderheit des Gropius Bau ist seine Lage. Sie ist ein wichtiger Bezugspunkt für die inhaltliche Ausrichtung des Hauses und seine Vermittlungsarbeit. Die Öffnung des Hauses für seine verschiedenen Nachbar*innen steht dabei an vorderer Stelle. Zugang und Austausch gehen hier Hand in Hand.

Netzwerktreffen auf dem Südplatz des Gropius Bau

Netzwerktreffen auf dem Südplatz des Gropius Bau

© Eliza Levinson

Nachbarschaftsrecherche

Der Gropius Bau ist angesiedelt zwischen historischen Schauplätzen, Gebäuden der aktuellen politischen Arbeit, touristischen Angeboten und Büros. Ein gewöhnlicher„Kiez“ mit alltäglichem, nachbarschaftlichem Leben ist diese Umgebung nicht. Der Austausch mit der Nachbarschaft des Gropius Bau reicht daher in Kreuzberger Wohngegenden hinaus – mit dem Ziel, die verschiedenen Facetten des Lebens in dieser Gegend in das Haus einzubringen. Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, wurde ein Rechercheprozess initiiert – die Nachbarschaftsrecherche.

Die Nachbarschaftsrecherche ist ein Versuch, eine pulsierende und lebendige Verbindung zwischen der Nachbarschaft und dem Gropius Bau zu schaffen. Dafür unternehmen wir regelmäßig Spaziergänge mit Akteur*innen von sozialen Initiativen und Organisationen aus der direkten Umgebung des Gropius Bau. Dabei geht es um persönlich-emotionale, aber auch um stadtgeschichtliche Perspektiven. Ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ lassen wir uns beim Spazierengehen von Eindrücken, Erfahrungen und Geschichten leiten und schaffen Raum und Zeit für inspirierende Begegnungen. So hoffen wir schrittweise Brücken zu schlagen, die annähern und ein offeneres, “größeres” Haus für Kunst und Kultur zu schaffen.

Hafenplatz, Berlin-Kreuzberg

Hafenplatz, Berlin-Kreuzberg

© Gropius Bau

Kooperationspartner Yeşil Çember

Gestaltet wird diese Vermittlungsarbeit grundlegend gemeinschaftlich: in aktuellen und künftigen Kollaborationen mit interkulturellen, generationenübergreifenden und queeren Nachbarschaftsinitiativen. Mit einer kleinen grünen Pflanze begann 2019 der Nachbarschaftsaustausch des Gropius Bau gemeinsam mit der gemeinnützigen interkulturellen Organisation Yeşil Çember (gesprochen Jeschil Tschember, dt.: Grüner Kreis) auf dem gemeinsam realisierten Parkplatzgarten. Seitdem begleitet uns Yeşil Çember auf dem Weg, Zugänge für türkischsprachige Communities in Berlin zu schaffen.

Der Verein Yeşil Çember wurde 2006 von seiner aktuellen Leiterin Gülcan Nitsch gegründet. Ziel ist es, insbesondere türkischsprachige Menschen in Deutschland für Themen der kulturellen und ökologischen Vielfalt zu sensibilisieren und engagieren. Dafür übersetzt, modifiziert und erstellt Yeşil Çember türkische bzw. zweisprachige Informationsmaterialien, organisiert Veranstaltungen und Workshops, Aktionen und Exkursionen. Aber auch die Vernetzung und Beratung von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zählt zum Tätigkeitsfeld des Vereins.

Parkplatzgarten am Gropius Bau

Parkplatzgarten am Gropius Bau

© Luis Kürschner, Projektleitung: Ulrike Bruckmann, Projektpartner: Yeşil Çember

Türkische Übersetzungen

Ein Ziel des Nachbarschaftsaustauschs am Gropius Bau ist es, für unterschiedliche Besucher*innen erreichbarer zu sein, Sprachbarrieren abzubauen und so individuelle Zugänge zu Kunst und Kultur für die Berliner Stadtgesellschaft zu schaffen. Modellhaft beginnen wir diesen Öffnungsprozess auf Grundlage unserer Recherche mit einem Fokus auf türkischen Communities in Zusammenarbeit mit Yeşil Çember. Dafür übersetzt Şehnaz Layıkel regelmäßig ausgewählte Textbeiträge zu unseren laufenden Ausstellungen für unsere türkischsprachigen Besucher*innen.

Zu den Übersetzungen

Ausstellungsbesuch Hella Jongerius: Kosmos Weben mit unserem Netzwerk

Ausstellungsbesuch Hella Jongerius: Kosmos Weben mit unserem Netzwerk

© Gropius Bau / Hella Jongerius, VG-Bildkunst 2021

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